205 Titel gesichtet – Shortlist wird am 8. September bekanntgegeben – Preisverleihung am 5. Oktober im Frankfurter Römer © Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.

Die Jury des Deutschen Buchpreises 2026 hat die Longlist veröffentlicht: 20 Romane haben es in die Auswahl für den renommierten Literaturpreis geschafft. Seit Beginn des Auswahlverfahrens hat die siebenköpfige Jury insgesamt 205 Titel gesichtet. Berücksichtigt wurden Romane, die zwischen Oktober 2025 und dem 8. September 2026, dem Tag der Bekanntgabe der Shortlist, erschienen sind oder noch erscheinen werden.

Die Auswahl reicht von fragmentarisch erzählten und formal vielschichtigen Romanen bis zu großen Erzählungen, die weit gespannte Zeiträume umfassen. Auffällig ist dabei die Vielfalt der literarischen Perspektiven und Formen. Mehrsprachige Biografien spielen ebenso eine Rolle wie die Auseinandersetzung mit Vergangenheit, Gegenwart und möglichen Zukunftsentwürfen.

Jurysprecherin Cornelia Geißler von der Berliner Zeitung beschreibt die Auswahl als eine literarische Auseinandersetzung mit der Frage, wie sich Gegenwart aus der Vergangenheit heraus verstehen lässt. „Das Vergangene ergründen, um Gegenwart zu verstehen – das findet sich in unserer Auswahl der Romane des Jahres 2026 auf ganz unterschiedliche Weisen“, sagt Geißler. Die Jury habe sowohl „fragmentarische Formen von bezwingender Vielschichtigkeit“ als auch „große, mitreißende Erzählungen über lange Zeiträume“ aufgenommen.

Besonders angetan zeigt sich die Jury von der literarischen Kraft biografischer Mehrsprachigkeit. Stilbewusst und innovativ, teilweise auch mit Witz, würden die Autorinnen und Autoren die Verletzlichkeit ihrer Figuren sichtbar machen und Aufbrüche in eine andere Zukunft begleiten. Angesichts einer Welt, in der Verunsicherung um sich greife, stelle sich die Frage, wie Orientierung möglich sei. Die Antwort der Jury fällt programmatisch aus: „Wir sind überzeugt: Lesen hilft. Dies sind die Bücher dafür.“

Diese 20 Romane stehen auf der Longlist

  • Die nominierten Titel sind in alphabetischer Reihenfolge:
  • Shida Bazyar: Die Lücken, Verlag Kiepenheuer & Witsch, September 2026
  • Helene Bukowski: Wer möchte nicht im Leben bleiben, claassen Verlag, Februar 2026
  • Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter, Carl Hanser Verlag, Mai 2026
  • Muri Darida: King Cobra, dtv, März 2026
  • Alisha Gamisch: Parasiti, Verlag Voland & Quist, März 2026
  • Franziska Gänsler: Orca, Kein & Aber, August 2026
  • Tomer Gardi: Liefern, Tropen Verlag, Februar 2026
  • Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle, S. Fischer Verlag, August 2026
  • Elias Hirschl: Schleifen, Paul Zsolnay Verlag, Januar 2026
  • Svenja Leiber: Nelka, Suhrkamp Verlag, Februar 2026
  • Leh-Wei Liao: Glaszeit, Luchterhand Literaturverlag, August 2026
  • Peggy Mädler: Selbstregulierung des Herzens, Verlag Galiani Berlin, Februar 2026
  • Giuliano Musio: Aus anderem Holz, Luftschacht Verlag, September 2026
  • Yade Yasemin Önder: Anti Müller, park x ullstein, Februar 2026
  • Lukas Rietzschel: Sanditz, dtv, März 2026
  • Ingo Schulze: Das Wasser im August, S. Fischer Verlag, August 2026
  • Heinz Strunk: Memories of Heidelberg, Rowohlt Verlag, Juli 2026
  • Karosh Taha: Gulistan, DuMont Buchverlag, August 2026
  • Lilli Tollkien: Mit beiden Händen den Himmel stützen, Aufbau Verlage, März 2026
  • Dana Vowinckel: Anton und Alma, Suhrkamp Verlag, September 2026

Der Jury gehören neben Cornelia Geißler Theresa Donner von der Buchhandlung heiter bis wolkig in Halle an der Saale, Jan Ehlert vom NDR, die freie Kritikerin Maha El Hissy, Emily Grunert vom Literaturbüro NRW, Stefanie Kreuzer von der Universität Kassel sowie Adam Soboczynski von der ZEIT an.

Die Jury des Deutschen Buchpreises 2026 V.l.n.r.: Adam Soboczynski, Stefanie Kreuzer, Theresa Donner, Emily Grunert, Cornelia Geißler, Maha El Hissy, Jan Ehlert. © Anne-Mette Noack

Sechs Titel werden es am 8.09. auf die Shortlist schaffen

Mit der Veröffentlichung der Longlist beginnt die nächste Phase des Auswahlverfahrens. Aus den 20 nominierten Romanen wählt die Jury sechs Titel für die Shortlist aus. Welche Bücher es in die nächste Runde schaffen, wird am 8. September 2026 bekanntgegeben.

Wer den Deutschen Buchpreis 2026 erhält, bleibt dagegen bis zum Schluss offen. Erst am Abend der Preisverleihung erfahren die sechs Finalistinnen und Finalisten, wer von ihnen den Preis gewinnt. Die Preisträgerin oder der Preisträger erhält 25.000 Euro. Die fünf weiteren Finalistinnen und Finalisten werden jeweils mit 2.500 Euro ausgezeichnet.

Die Preisverleihung findet am 5. Oktober 2026 und damit zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt. Die Veranstaltung wird live übertragen.

Leseproben und Rezensionen zum Entdecken

Wer die 20 nominierten Romane näher kennenlernen möchte, kann in Kürze auf ein kostenloses Taschenbuch zurückgreifen. Das Buch „Deutscher Buchpreis 2026: Die Nominierten“ wird deutschlandweit in vielen Buchhandlungen erhältlich sein. Es enthält Leseproben aller 20 Titel sowie Informationen zu den Autorinnen und Autoren und lädt dazu ein, die nominierten Bücher und ihre Geschichten zu entdecken. Die Leseproben erscheinen in Kooperation mit AZ Druck und Datentechnik, Kempten.

Auch Literaturbloggerinnen und -blogger begleiten die Auswahl. Unter dem Hashtag #buchpreisbloggen stellen in den kommenden Wochen 20 Literaturbloggerinnen und -blogger jeweils einen der nominierten Romane vor. Die Rezensionen werden auf der Website des Deutschen Buchpreises gesammelt und über dessen Social-Media-Kanäle verbreitet.

Der Deutsche Buchpreis wird von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels vergeben. Hauptförderer ist die Deutsche Bank Stiftung. Weitere Partner sind die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt am Main.

Die Longlist eröffnet damit nicht nur die entscheidende Phase auf dem Weg zum Deutschen Buchpreis 2026, sondern gibt zugleich einen Einblick in die Vielfalt der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. In weniger als zwei Monaten wird feststehen, welcher der 20 Romane zunächst die Shortlist erreicht – und am 5. Oktober schließlich, welcher Titel den Deutschen Buchpreis 2026 erhält.

Weitere Informationen zum Deutschen Buchpreis 2026: www.deutscher-buchpreis.de.