
Unter dem Motto des jiddischen Begriffs fargin, salopp übersetzt: „Man muss auch gönnen können“, begrüßte Moderator Thomas Böhm die rund 200 Gäste zur Verleihung des Deutschen Verlagspreises 2026 durch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer im Rahmen der 78. Frankfurter Buchmesse. Insgesamt wurden 85 Verlage ausgezeichnet. Die Verlage „kunstanstifter – Verlag für Illustration“, „Merve“ und „Voland & Quist“ wurden als Spitzenpreisträger ausgewählt und erhielten ein Preisgeld in Höhe von jeweils 50.000 Euro.
Zum ersten Mal verlieh Staatsminister Weimer zusätzlich den mit 24.000 Euro dotierten Innovationspreis. Dieser würdigt besonders zukunftsweisende Verlagsarbeit und ging an den „mairisch Verlag“. Der diesjährige Nachhaltigkeitspreis, ebenfalls mit 24.000 Euro dotiert, ging an den Verlag „Shift Books“. Weitere 79 Verlage wurden mit einem Gütesiegel ausgezeichnet, das jeweils mit einem Preisgeld von 18.000 Euro verbunden ist. Daneben können jährlich bis zu drei Verlage mit einem Jahresgesamtumsatz von mehr als drei Millionen Euro ein undotiertes Gütesiegel erhalten. In diesem Jahr ging dieses Siegel an den Verlag „Matthes & Seitz Berlin“. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 1,62 Millionen Euro vergeben.

Staatsminister Weimer erklärte: „Unabhängige Verlage lassen sich auf das Wagnis des Verlegens ein: Weil sie an ihre Themen glauben, weil sie von ihren Autorinnen und Autoren überzeugt sind, und weil sie ungewöhnlichen Sichtweisen und einzigartigen literarischen Handschriften eine Leserschaft geben wollen. Sie sorgen dafür, dass unsere Öffentlichkeit vielstimmig, offen und wach bleibt. Ohne ihre Freude an Neuentdeckungen wäre unsere Diskurskultur ärmer. Und genau das ist es, was Demokratie braucht: den Wettstreit der Ideen, den Austausch der Argumente und die Auseinandersetzung mit neuen Konzepten.“

Literatur-Nobelpreis für von Matthes & Seitz betreute Autorin
So war beispielsweise der in diesem Jahr mit dem undotierten Gütesiegel des Deutschen Verlagspreis ausgezeichnete Berliner Verlag Matthes & Seitz seit langem von der literarischen Brillanz der kanadischen Schriftstellerin und Altphilologin Anne Carson überzeugt, die in diesem Jahr den Literaturnobelpreis gewann. Matthes & Seitz betreut in Deutschland die meisten ihrer aktuell im Handel lieferbaren Titel, vor allem in der Übersetzung von Marie Luise Knott. Dazu gehören unter anderem Anthropologie des Wassers (2014), Albertine. 59 Liebesübungen (2017), Irdischer Durst (2020) sowie das neuere Werk Norma Jeane Baker von Troja (2025).
Auch drei hessische Traditions-Verlage unter den Geehrten
Hessens Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels gratulierte den drei mit 18 000 Euro ausgezeichneten hessischen Verlagen Rotopol aus Kassel, Schöffling & Co. aus Frankfurt und S. Marix Verlag aus Wiesbaden.

Die diesjährige Jury wählte die Preisträger aus insgesamt 279 Bewerbungen aus.
Jörg Thadeusz, Vorsitzender der Jury: „Die Zusammenarbeit in der Jury war inspirierend und von großem gegenseitigem Respekt geprägt – getragen von einer echten Entdeckerfreude. Die kreative Bandbreite der eingereichten Programme bringt einen immer wieder zum Staunen und zeigt, wie lebendig und eigensinnig die Verlagslandschaft ist.“
Weitere Jury-Mitglieder sind Alexander Cammann, Isabel Fargo Cole, Ines Dettmann, Katharina Holzmann, Prof. Dr. Friedhelm Marx und Deniz Utlu.
Partner des Deutschen Verlagspreises sind die Kurt Wolff Stiftung und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.
Die vollständige Liste der Preisträger und weitere Informationen ist hier verfügbar: Die Preisträger – Deutscher Verlagspreis – Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
