
Wer den Opel-Zoo in Kronberg im Taunus besucht, sollte Zeit mitbringen. Nicht nur, weil es hier viel zu sehen gibt, sondern auch, weil der Zoo selbst Teil des Erlebnisses ist. Eingebettet in die Hänge des Vordertaunus, zwischen Kronberg und Königstein, erstreckt sich das 27 Hektar große Gelände. Rund 2.000 Tiere aus mehr als 220 überwiegend aus Afrika, Asien und Europa stammenden Arten leben hier in naturnah gestalteten Anlagen. An diesem Jubiläumswochenende, 12. und 13. September 2026, erwartet die Besucher darüber hinaus anlässlich des 70. Geburtstags des Opel-Zoos ganz besondere Erlebnismöglichkeiten: So gibt es an verschiedenen Info- und Mitmachstationen im Zoogelände viel zu entdecken. Zudem berichten Tierpfleger hautnah von „ihren“ Tieren, zum Beispiel bei Eisfuchs, Elefant, Gepard oder Pelikan.

Am Wochenende stehen auch Kinderschminken, Seifenblasenkunst und Musik auf dem Programm: Am Samstag, 12. September, spielt von 12 bis 16 Uhr auf Einladung der „Freunde und Förderer des Opel-Zoo“ die Eastend Jazzband gut gelaunten Jazz auf der großen Freifläche gegenüber des Elefantenhauses. Hier können sich Interessierte zugleich über Patenschaften im Opel-Zoo und die Aktivitäten des Fördervereins informieren.
Besondere Einblicke aus erster Hand gibt es am Samstag, 12. September, auch am Infostand „Panzernashörner“. Direkt am Gelände, auf dem seit einigen Wochen bereits die Bauarbeiten laufen, wird Zoodirektor Dr. Thomas Kauffels persönlich über die neuen Anlagen für asiatische Tiere berichten, die hier gerade entstehen.
Die Teilnahme an allen öffentlichen Angeboten des Jubiläumswochenendes ist kostenfrei, ohne Aufpreis zum Zooeintritt, und es ist keine Anmeldung erforderlich.
Besucher, die im Jahr 1956 geboren sind und wie der Opel-Zoo in diesem Jahr ihren 70. Geburtstag feiern, können sich doppelt freuen: Für sie ist der Eintritt noch bis zum 31. Oktober frei, also auch am Jubiläumswochenende!
Rundgang nicht nur am Jubiläums-Wochenende – Eine kleine Taunus-Safari

Für den ersten Besuch empfiehlt sich der Große Rundgang. Der ausgeschilderte Rundweg führt über etwa 2,7 Kilometer durch das Zoogelände. Er ist als Rundkurs angelegt, sodass Ausgangs- und Endpunkt identisch sind. Dabei geht es im wahrsten Sinne des Wortes auf und ab: Die Strecke weist rund 111 Höhenmeter auf. Wer sich Zeit für die Tiere, Aussichtspunkte und Lehrpfade nimmt, sollte für den großen Rundgang deutlich mehr als die reine Gehzeit einplanen.
Schon der Weg macht einen wesentlichen Unterschied zu vielen klassischen Stadtzoos aus. Die Anlagen sind großzügig, vielfach in die Landschaft eingebettet und so gestaltet, dass Zäune und andere sichtbare Barrieren möglichst wenig den Blick auf die Tiere beeinträchtigen. Der Opel-Zoo versteht sich ausdrücklich als Landschaftszoo. Rundwege und Lehrpfade eröffnen immer wieder Perspektiven, bei denen man die Tiere beinahe wie bei einer Beobachtung in freier Wildbahn erlebt.
Auftakt bei Giraffen und afrikanischer Savanne

Wer vom Haupteingang zunächst nach rechts abbiegt, gelangt vorbei an den Servicegebäuden und dem Restaurant Lodge zum Giraffenhaus und damit unmittelbar an einen der spektakulärsten Bereiche des Zoos: die rund 10.000 Quadratmeter große Afrika-Savanne.
Hier treffen die Besucher auf eine echte Wohngemeinschaft afrikanischer Großtiere. Netzgiraffen teilen sich die weitläufige Anlage mit Böhmzebras, Streifengnus und Impalas. Die Landschaft ist dabei so angelegt, dass die unterschiedlichen Tierarten miteinander leben können und sich immer wieder neue Beobachtungssituationen ergeben.
Besonders eindrucksvoll ist die Perspektive von der erhöhten Besucherplattform. Hier können Besucher den Giraffen buchstäblich auf Augenhöhe begegnen. Wer möchte, darf die Tiere mit dem dafür im Zoo angebotenen Spezialfutter füttern. Die Giraffen nehmen die Pellets geschickt mit ihrer langen, bläulichen Zunge auf – ein Erlebnis, das vor allem bei Kindern nachhaltig Eindruck hinterlässt. Grundsätzlich darf im Opel-Zoo allerdings nur mit dem dafür vorgesehenen Futter gefüttert werden.
Bei den Giraffen gibt es Nachwuchs zu bestaunen. Das Jungtier Mumbi kam am 22. Februar 2026 als erstes Kalb der Giraffe Maja zur Welt. Bereits bei der Geburt war das Giraffenmädchen stattliche 1,73 Meter groß.
Brillenpinguine
Vis-à-vis der Savanne gelegen, leben die Brillenpinguine. Ihre Anlage gehört zu den besonderen Attraktionen des Opel-Zoos. Durch große Scheiben können Besucher die Tiere nicht nur an Land, sondern auch beim Schwimmen und Tauchen beobachten.
Von Pinguin-Anlage und Savanne führt der Weg zurück in Richtung Haupteingang. Einmal mehr zeigt sich, dass ein Rundgang durch den Opel-Zoo nicht einfach eine „Aneinanderreihung von Tiergehegen“ ist. Immer wieder öffnen sich neue Blickachsen über die Landschaft und auf die umliegenden Anlagen.

Ziegen, Alpakas und der Weg hinauf
Auf dem zentralen Weg begegnen einem rechterhand Afrikanische Zwergziegen und Alpakas. Ein Magnet für Kinder. Von hier könnte man auch abkürzen zum Elefantenhaus und zum Café-Restaurant Sambesi, gelangte rasch zur Zooschule und zum Streichelzoo, zum „Hessischen Bauernhof“, zur Ponyreitbahn, Kamelreitbahn oder zum großen „Abenteuerspielplatz“ sowie zu den Dromedaren und Trampeltieren.
Wer jedoch dem Rundgang folgen möchte, biegt bei den Zwergmangusten links auf den zunächst leicht ansteigenden und dann abfallenden Weg ein. Dieser führt vorbei an Erdmännchen und zahlreichen weiteren Tierarten wie Hyänen, Helmhühnern, Pinselohrschweinen und Berberäffchen. Besucher-Stars sind die Erdmännchen. Kaum ein Publikumsliebling, außer vielleicht die Elefanten, sorgt dafür, dass sich Besucher so lange vor einer Anlage aufhalten und gespannt beobachten, wer gerade Wache hält, wer buddelt und wer sich irgendwo im Hintergrund auf Nahrungssuche macht.
Geparde – Geschwindigkeit auf vier Beinen

Weiter geht es links herum zwischen der großen Madagaskar-Voliere und dem Gibbon-Weiher mit kleiner Affeninsel, Rosapelikanen und weiteren Schwimmvögeln, dann vorbei am Känguru-Gehege und den Geparden. Die eleganten Tiere verfügen über eine großzügige Außenanlage, die direkt vom Rundweg aus oder aus einer Art Unterstellhäuschen durch zwei Scheiben gut einzusehen ist. Der Opel-Zoo eröffnete die Gepardenanlage bereits 2010.
Vis-à-vis davon entsteht zurzeit die 18.000 Quadratmeter große Anlage für sieben asiatische Tierarten, darunter Panzernashörner, Schabrackentapire, Hirschziegenantilopen, Prinz-Alfred-Hirsche, Kurzkrallenotter und Binturongs. Gestern war die Grundsteinlegung (siehe Beitrag).
Der Rundweg führt weiter vorbei an Hirschebern, Muntjaks, Tamarinen, Guanakos, Nasenbären, Salzkatzen und einer betretbaren Freiflugvoliere mit Schwarzstörchen, Ibissen, Enten usw.
Nun steigt der Weg leicht an. Er führt vorbei am Geo-Lehrpfad und hinauf zu Eisfüchsen, Rotfüchsen, Luchsen, Wildkatzen, Eulen, Fasanen, Schneeeulen und Mufflons und gegenüber davon in abschüssigen Wald-Gehegen zu vielen anderen Tieren wie Nandus, Vietnam-Sikahirschen und den größeren Buchara-Hirschen. Weiter oben befinden sich Nerze und die Waldrentiere.
Elefanten – der große Höhepunkt

Gegenüber von den Waldrentieren mit Blick talabwärts befinden sich ein Rastplatz und noch weiter oben eine Aussichtsplattform mit jeweils wunderbaren Sichtachsen auf das weitläufige Elefantengehege inklusive Badeteich. Die Afrikanischen Elefanten zählen zu den absoluten Höhepunkten im Opel-Zoo. Zudem ist der Opel-Zoo der einzige Zoo in Hessen, der Afrikanische Elefanten hält. Nach Erneuerung und Erweiterung 2013 gehört die Elefantenanlage zu den größten und eindrucksvollsten Anlagen des Zoos. Durch die Gestaltung mit Gräben und offenen Sichtachsen entsteht für die Besucher eine ungewöhnlich unmittelbare Perspektive auf die Tiere.
Derzeitiger Publikumsliebling ist natürlich Elefantenkalb Kaja. Sie erblickte am 27. Mai 2025 das Licht der Welt und war der erste Elefantennachwuchs in Hessen seit 1968 überhaupt. Mit etwas Glück lässt sich das Jungtier auch beim Spielen, Baden, Wühlen oder beim Erkunden der Anlage beobachten.

Wer den Opel-Zoo zum ersten Mal besucht und einigermaßen gut zu Fuß ist, sollte den großen Rundgang wählen. Zwei Stunden sind dafür ein guter Orientierungswert – wer fotografiert, Tiere beobachtet, die Lehrpfade nutzt, mit Kindern die Streichelzoos besucht und/oder zwischendurch eine Pause einlegt, Picknick auf einen der Rastplätze macht, ein Café oder Restaurant besucht, wird allerdings leicht erheblich länger unterwegs sein und einen ganzen wunderbaren Kurzurlaubstag erleben können.
Das Jubiläumsprogramm finden Sie hier!
Alles über Öffnungszeiten, Ticket-Preise, Anfahrt, Zooangebote, Ferienprogramm, Gastronomie, Barrierefreiheit sowie den Zooplan erfährt man über: Opel-Zoo – Besuch planen!
(Diether von Goddenthow _ RheinMainKultur.de)
