
Am heutigen 10. September 2026 feierte der Opel-Zoo seinen 70. Geburtstag mit einem ganz besonderen Ereignis: der Grundsteinlegung für das neue, bereits im Bau befindliche Bauprojekt „Panzernashörner“. Schirmherr des 21-Millionen-Euro-Projekts ist der Hessische Ministerpräsident Boris Rhein, der heute gemeinsam mit den Zooverantwortlichen, zahlreichen Prominenten und Mitarbeitern symbolisch zur Grundsteinlegung eine Hinweistafel für das zukünftige Nashornhaus im Opel-Zoo enthüllte.

Ministerpräsident Boris Rhein hob die gesellschaftliche Bedeutung von Zoologischen Gärten und stellte den Opel-Zoo besonders als herausragendes Beispiel für die Verbindung von Forschung, Umweltbildung und Besucherattraktion heraus. „Seit 70 Jahren steht der Opel-Zoo für Artenschutz, Bildung und die Nähe zur Natur.“ Der Opel-Zoo ziehe nicht nur Menschen aus dem Rhein-Main-Gebiet, sondern aus ganz Deutschland an, so Rhein. „Er verbindet Bildung und Erholung, Natur und Wirtschaft, Heimat und Weltoffenheit. Kaum ein anderer Ort erreicht so viele Generationen zugleich. Was Georg von Opel mit der Gründung des Freigeheges für Tierforschung begonnen hat, prägt den Zoo bis heute.“ Er ist eine wahre Bereicherung für die gesamte Rhein-Main-Region. Er hat nicht nur als Kultur- und Freizeiteinrichtung eine besondere Bedeutung, sondern ist auch als außerschulischer Lernort eine enorme Bereicherung.“ Forschung, Artenschutz, Naturerlebnis und die Vermittlung eines verantwortungsbewussten Umgangs mit der Natur gingen im Opel-Zoo Hand in Hand, so der Ministerpräsident. Mit der neuen Asien-Anlage leiste der Zoo „einen weiteren wichtigen Beitrag dafür, die Vielfalt der Natur zu erhalten und bedrohten Tierarten einen geschützten Lebensraum zu bieten“, unterstrich Rhein. Dabei entstehe gleichzeitig ein weiterer attraktiver Anziehungspunkt für die Besucherinnen und Besucher. „Dafür habe ich sehr gerne die Schirmherrschaft übernommen und danke dem Zoo für sein großes Engagement“, so der Ministerpräsident.

Gregor von Opel, Sohn des Opel-Zoo-Gründers Georg von Opel und Vorstandsvorsitzender der den Zoo tragenden „von Opel Hessische Zoostiftung“, betont: „Noch nie haben wir auf unserem Gelände ein größeres und aufwendigeres Bauvorhaben umgesetzt. Es steht für die Zukunft unseres Zoos und für unseren Anspruch, moderne Tierhaltung, Artenschutz, Naturschutz und Bildung miteinander zu verbinden. Mein großer Dank gilt allen – Unterstützern, Partnern, Mitarbeitenden und besonders unseren Besucherinnen und Besuchern, die uns auf diesem Weg begleiten.“
Zoodirektor Thomas Kauffels freut sich besonders, dass der Opel-Zoo demnächst junge Tapire beherbergen wird. Sie seien „Herzensbrecher“. Zudem verbinde ihn mit Tapiren ein ganz besonderes Verhältnis. Bevor der Biologe einen Überblick über die Aufteilung der verschiedenen Gehege der 18 000 Quadratmeter großen Asien-Anlage gibt, erzählt er noch die Tapir-Anekdote. Als er nämlich 1980 als junger Tierpfleger im San Diego Wild Animal Park bei einer bevorstehenden Panzernashorn-Geburt Nachtwache gehabt habe und er und sein Kollege eingeschlafen seien, hätten sie, als sie wieder aufwachten, plötzlich vor vier Quadratmetern Nachgeburt gestanden. Die Geburt sei also schon ohne sie gelaufen.
Diese Story habe ihn ein Leben lang begleitet, umso größer sei die Freude, wenn im Opel-Zoo ab 2028 Schabrackentapire neben Siamangs (Affenart), Hirschziegenantilopen, Prinz-Alfred-Hirschen, Kurzkrallenottern und Binturongs (Raubtierart) einzögen. Die sieben asiatischen Arten sollen „möglichst ohne sichtbare Barriere zwischen Besucher und Tier“ zu sehen sein, so der Zoodirektor.

Der Opel-Zoo und der WWF Deutschland nehmen die Grundsteinlegung zudem zum Anlass, ihre Zusammenarbeit im Rahmen des neu gegründeten „Team Tapir Kronberg“ vorzustellen. Über eine Team-Mitgliedschaft haben Tierfreunde die Möglichkeit, den Schutz des Schabrackentapirs direkt zu unterstützen. Die stark gefährdete Art wird künftig eine der sieben asiatischen Tierarten auf den neuen Anlagen im Opel-Zoo sein.
Die Partnerschaft basiert auf zwei sich ergänzenden Säulen: Mit dem Bau der Asienanlagen und seinem Engagement im Europäischen Ex-situ-Programm (EEP) trägt der Opel-Zoo zum Aufbau und Erhalt einer Reservepopulation des Schabrackentapirs bei. Parallel dazu setzt sich der WWF Deutschland im südlichen Thailand sowohl im Kui-Buri- als auch im Kaeng-Krung-Nationalpark für den Schutz eines bedeutenden Lebensraums der bedrohten Tapirart ein.
Dr. Stefan Ziegler, Bereichsleiter Asien beim WWF Deutschland, erläutert: „Schabrackentapire sind faszinierende Tiere, die in den Wäldern Südthailands ein wichtiges letztes Refugium finden. Das Überleben dieser stark gefährdeten Art hängt unmittelbar vom Erhalt intakter Waldlebensräume ab. Es ist entscheidend, den Wald als Ganzes zu schützen, damit helfen wir nicht nur dem Tapir, sondern vielen weiteren bedrohten Tierarten.“
Mithilfe moderner Drohnentechnologie können dort illegale Entwaldungsaktivitäten nahezu in Echtzeit erkannt und bekämpft werden. Davon profitieren neben dem Schabrackentapir auch weitere bedrohte Arten wie Tiger und Elefanten. Über das nun gegründete „Team Tapir Kronberg“ hinaus unterstützt der Opel-Zoo diese Arbeit des WWF in Thailand bereits seit 2024 finanziell.
Bis die Zoobesucher die ersten Schabrackentapire und Panzernashörner im Opel-Zoo beobachten können, dauert es allerdings noch ein wenig: Die Eröffnung der neuen Anlagen ist für das Frühjahr 2028 geplant.
(Diether von Goddenthow – RheinMainKultur.de)
Beim bevorstehenden Jubiläumswochenende im Opel-Zoo kann bereits jetzt gefeiert werden: Vom 11. – 13. September 2026 feiert der Opel-Zoo seinen 70. Geburtstag mit einem vielfältigen Programm für alle Zoobesucher! Siehe Beitrag: Opel-Zoo feiert großes Jubiläumswochenende – Ein Rundgang!
