Julius-Campe-Preis 2026 für Thomas Sachsenmaier – Sebastian Fitzek hält die Laudatio

Tim Jung, Geschäftsführer des Hoffmann und Campe Verlags, überreicht Thomas Sachsenmaier die Urkunde zum Julius Campe Preis 2026 © Foto: Diether v. Goddenthow

Ein  Highlight der diesjährigen Frankfurter Buchmesse war die traditionelle Verleihung des Julius-Campe-Preises. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an Thomas Sachsenmaier, den aus Schwäbisch Gmünd stammenden Moderator und Buchblogger. Überreicht wurde der Preis von Tim Jung, dem verlegerischen Geschäftsführer des HOFFMANN UND CAMPE Verlags. Die ebenso pointierte wie unterhaltsame Laudatio hielt Krimibestseller-Autor Sebastian Fitzek.
Die Auszeichnung würdigt Persönlichkeiten und Institutionen, die sich in herausragender Weise um Literaturkritik und Literaturvermittlung verdient gemacht haben. Der Preis ist mit 99 Flaschen edlen Weins sowie einem bei HOFFMANN UND CAMPE erschienenen Faksimile des Manuskripts von Heinrich Heines „Französischen Zuständen“ dotiert.

Die Begründung der Jury
Tim Jung, verlegerischer Geschäftsführer von HOFFMANN UND CAMPE, erläuterte die Entscheidung der Jury und begründete, warum die Wahl in diesem Jahr auf Thomas Sachsenmaier fiel:
„Als Booktoker, Buchblogger auf Instagram und als Radiomoderator verleiht der studierte Literaturwissenschaftler Thomas Sachsenmaier Autorinnen und Autoren Sichtbarkeit und Resonanz. Im Stimmengewirr des digitalen Raums setzt er sich ebenso kenntnisreich wie leidenschaftlich für Bücher ein und eröffnet seinem stetig wachsenden Publikum jeden Alters auf kluge und humorvolle Weise den Zugang zu neuen Gedanken, überraschenden Geschichten und anderen Lebenswelten.

Dabei gelingt es Thomas Sachsenmaier meisterhaft, Verbindungen zwischen Trends und Genres herzustellen und im Dickicht der Neuerscheinungen Schneisen zu schlagen, die den ganzen Reichtum der Literatur sichtbar machen. Thomas Sachsenmaier rückt Autorinnen und Autoren ins Bewusstsein, womit er zugleich das geistige Fundament unserer demokratischen Gesellschaft stärkt, für deren Selbsterhalt das Lesen von Büchern unverzichtbar ist.
Mit dem Julius-Campe-Preis 2026 ehrt der HOFFMANN UND CAMPE VERLAG Thomas Sachsenmaier für seine Verdienste um die Literatur.“

Der Preisträger: Thomas Sachsenmaier

Dankesworte des Preisträgers Thomas Sachsenmaier. © Foto: Diether v. Goddenthow

Thomas Sachsenmaier, geboren 1987, stammt aus Schwäbisch Gmünd und lebt heute in Baden-Baden. Er studierte Germanistik, Anglistik und Amerikanistik in Deutschland und den USA. Nach dem Staatsexamen entschied er sich jedoch gegen den ursprünglich geplanten Weg ins Lehramt und für eine journalistische Laufbahn im Radio. Auf ein Volontariat folgten mehrere Stationen bei privaten Radiosendern, ehe er 2023 zum Südwestrundfunk (SWR) wechselte. Dort arbeitet er als Moderator und Redakteur bei DASDING. Bereits 2021 war er für seine Arbeit im Radio für den „Deutschen Radiopreis“ nominiert worden, der jährlich vom Grimme-Institut verliehen wird.

Im Januar 2024 startete Sachsenmaier unter dem Namen „thomas_bookclub“ seine eigenen Buchkanäle auf TikTok und Instagram. Innerhalb kurzer Zeit baute er dort eine große und engagierte Buch-Community auf. Inzwischen folgen ihm auf beiden Plattformen zusammen mehr als 150.000 Menschen. Damit gehört er zu den erfolgreichsten männlichen Content Creatorn rund um Bücher im deutschsprachigen Raum. Von Mai 2025 bis August 2026 produzierte er die Inhalte seiner Kanäle für DASDING vom SWR.

Auch außerhalb der sozialen Medien ist Sachsenmaier in der Literaturwelt aktiv. Als Moderator begleitet er Autoren auf Lesetouren, führt Bühnengespräche und tritt bei literarischen Veranstaltungen als Speaker auf. Seine Fähigkeit, Literatur einem breiten Publikum nahezubringen und den Austausch über Bücher anzuregen, zeigt sich somit nicht allein in seinen digitalen Formaten, sondern ebenso bei Veranstaltungen auf der Bühne.
2024 gelangte er bei den TikTok Book Awards auf die Longlist. Damit gehörte er zu den 20 Nominierten in der Kategorie „BookTok Creator des Jahres“.
Seine Begeisterung für Bücher vermittelt Sachsenmaier zudem im Radio und im Fernsehen. Für SWR1 Baden-Württemberg präsentiert er unter anderem die Buchrubrik „Gute Seiten, schlechte Seiten“. Darüber hinaus ist er regelmäßig als Buchexperte in der SWR-Fernsehsendung „Kaffee oder Tee“ zu sehen.

Der Laudator: Sebastian Fitzek

Krimibestellerautor Sebastian Fizek hielt eine amüsante Laudatio . © Foto: Diether v. Goddenthow

Sebastian Fitzek ist Deutschlands meistverkaufter Autor und zählt weltweit zu den erfolgreichsten Thrillerautoren. Nach seinem Jurastudium arbeitete er als Programmdirektor und Chefredakteur für große Radiosender, bevor er 2006 mit „Die Therapie“ seinen ersten Psychothriller veröffentlichte. Seither wurden sämtliche seiner Romane zu Bestsellern; mehrere Titel waren sogar das meistverkaufte Buch des Jahres in Deutschland.
Fitzeks Bücher erscheinen in 36 Sprachen, bislang wurden mehr als 21 Millionen Exemplare verkauft. Neben Psychothrillern veröffentlicht er auch Humorbücher. Seine Geschichten entfalten ihre Wirkung längst nicht mehr allein zwischen Buchdeckeln: Sie begeistern auch als Kino-, Fernseh- und Streamingproduktionen, als Hörbücher sowie in Theateradaptionen. Mit seinen aufwendig inszenierten Bühnenshows hat Sebastian Fitzek zudem die klassische Autorenlesung neu definiert.

2026 feiert Fitzek sein 20-jähriges Autorenjubiläum mit einem Auftritt in der Berliner Waldbühne. Damit tritt erstmals ein Buchautor vor einem Publikum dieser Größenordnung zu einem solchen Jubiläum auf. Bereits 2017 wurde Sebastian Fitzek als erster deutscher Autor mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet.

Der Julius-Campe-Preis
Der Preis trägt den Namen von Julius Campe (1792–1867), der zu den bedeutendsten Verlegern der deutschen Geschichte zählt. Als Entdecker Heinrich Heines und mutiger Förderer der Autoren des „Jungen Deutschlands“ wurde Campe zum Inbegriff des idealistischen Verlegers. Sein Wirken verband die Freude an literarischen Entdeckungen mit gesellschaftlichem Engagement – ein Anspruch, der bis heute den Geist der nach ihm benannten Auszeichnung prägt.

(Diether von Goddenthow – RheinMainKultur.de)