
Der Bau des Sportparks Rheinhöhe am Wiesbadener Konrad-Adenauer-Ring schreitet voran. Hier entsteht zurzeit ein Sportzentrum der Zukunft, das ein Freizeitbad, eine Eissporthalle sowie Sauna-, Wellness- und Freizeitbereiche zu einem gemeinsamen Ensemble zusammenführt. Die Landeshauptstadt Wiesbaden, der städtische Bäderbetrieb mattiaqua und die SEG Stadtentwicklungsgesellschaft Wiesbaden mbH haben gemeinsam mit den Bau- und Handwerksbetrieben am heutigen Dienstag, 20. Oktober 2026, mit rund 200 Gästen das Richtfest gefeiert.
Nach der Fertigstellung der Gebäude und einer anschließenden Phase der Inbetriebnahme soll der Sportpark Rheinhöhe bis Ende 2028 seine Türen öffnen. Die Gesamtkosten des Projekts liegen im bisher geplanten Kostenrahmen von 153 Millionen Euro netto.
Ein Projekt für die Daseinsvorsorge
Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende würdigte in seinem Grußwort den Baufortschritt und dankte insbesondere den Handwerkerinnen und Handwerkern sowie allen am Bau Beteiligten. Zugleich unterstrich er die Bedeutung des Projekts für die Zukunft der Stadt. Ein Richtfest sei, so Mende, ein besonderer Moment: Es mache sichtbar, wie aus zunächst zweidimensionalen Plänen und planerischen Vorstellungen Realität werde. „Schauen Sie sich um und staunen Sie, was hier seit dem Spatenstich passiert ist.“ Jedes Mal, wenn er an der Baustelle am Zweiten Ring vorbeifahre, schlage sein Herz angesichts der sichtbaren Fortschritte ein wenig höher. Er freue sich deshalb sehr, diesen wichtigen Meilenstein gemeinsam mit den Beteiligten feiern zu können. Der Sportpark Rheinhöhe liege ihm besonders am Herzen, erklärte der Oberbürgermeister. Schwimmbäder seien ein wesentlicher Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge. Dazu bekenne er sich ausdrücklich: „Das ist keine Kür, sondern politische Pflicht.“

Wiesbaden brauche den neuen Sportpark. Das Freizeitbad in der Mainzer Straße habe seine besten Zeiten hinter sich; sein baulicher Zustand lasse sich nicht dauerhaft erhalten. Deshalb benötige die Stadt einen zukunftsfähigen Ersatz und einen Ort, an dem Kinder schwimmen lernen, Familien ihre Freizeit verbringen und Menschen trainieren oder einfach gerne ins Wasser gehen könnten. Dabei entstehe mehr als ein Schwimmbad. Zum Sportpark gehörten auch eine überdachte Eissporthalle sowie Angebote rund um Sauna und Wellness. Damit werde ein Freizeit- und Sportangebot geschaffen, das es in dieser Form in Wiesbaden bislang nicht gebe. Der Sportpark solle Menschen aller Generationen und Herkünfte ansprechen und zu einem Ort der Begegnung, der Gemeinschaft und der Lebensqualität werden.
Eine Investition, die weit mehr Vorteile als Kosten mit sich bringt
Sportdezernentin Daniela Georgi unterstrich, dass mit dem Richtfest ein Projekt gefeiert werde, „das weit mehr ist als eine bauliche Investition: Es ist eine Investition in Gesundheit, in Bewegung, in Gemeinschaft und vor allem in die Zukunft des Sports in unserer Stadt.
Denn Schwimmen und Eissport sind beides Sportarten, die auf eine leistungsfähige, moderne Infrastruktur angewiesen sind. Ausreichende Wasser- und Trainingsflächen sind die Voraussetzung dafür, dass Training, Wettkämpfe und Vereinsangebote dauerhaft gesichert werden können“, so Georgi. „Mit dieser neuen Anlage schaffen wir die notwendigen Voraussetzungen dafür, dass Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene sowohl im Leistungs- und Wettkampfsport als auch im Breiten-, Vereins- und Freizeitsport die bestmöglichen Bedingungen vorfinden“, freute sich die Sportdezernentin.
„Das ist eine Investition, die weit mehr Vorteile als Kosten mit sich bringt. Das kann ich gar nicht oft genug betonen: Was wir hier machen, ist eine wirklich nachhaltige Investition in die Zukunft unserer Kinder und in die Zukunft Wiesbadens. Deswegen freue ich mich sehr darüber“, so Georgi.
Baukultur ist auch eine Aufgabe der öffentlichen Hand
SEG-Geschäftsführerin Prof. Dr. Ute Knippenberger begrüßte ausdrücklich ihre Vorgänger Andreas Guntrum und Roland Stöcklin sowie den früheren Oberbürgermeister Sven Gerich, der bereits in einer frühen Phase an diesem Projekt beteiligt war.
Sie sagte: „Für die SEG, die die Gesamtsteuerung des Bauvorhabens verantwortet, ist das Richtfest ein besonderer Moment. Was über Jahre geplant und vorbereitet wurde, nimmt jetzt Gestalt an. Das ist eine starke gemeinsame Leistung aller Beteiligten. Unser Dank gilt den Planungs- und Bauunternehmen, die dieses anspruchsvolle Projekt mit ihrem Können und Engagement voranbringen.“
Die markante Dachlandschaft, das Tragwerk, das Energiekonzept und die rund 15.000 Quadratmeter großen begrünten Dachflächen zeigten den Anspruch, nicht nur funktional, sondern auch verantwortungsvoll und zukunftsfähig zu bauen.
„Ganz wichtig ist mir außerdem: Wir verstehen Baukultur als eine Aufgabe der öffentlichen Hand. Für mich persönlich steht dieses Projekt ganz besonders dafür“, betonte Knippenberger. Es sei auch deshalb aufregend, heute hier zu stehen, weil sie 2018 selbst noch für das Stadtplanungsamt der Stadt Wiesbaden am Auswahlverfahren beteiligt gewesen sei. Schon damals hätten sie die außergewöhnliche Dachlandschaft und das architektonische Konzept sehr beeindruckt. Umso schöner sei es, dass dieses Konzept nun tatsächlich vor aller Augen Gestalt angenommen habe. Rückblickend sei in der vergleichsweise kurzen Zeit viel entstanden – und manches wirke heute beinahe selbstverständlich, obwohl es einen enormen Einsatz erfordert habe.
Der Sportpark bietet viele Möglichkeiten, gemeinsam aktiv zu sein

Thomas Baum, Betriebsleiter von mattiaqua, sagte: „Wir freuen uns darauf, diesen Sportpark alsbald mit Leben zu füllen. Ob beim ersten Schwimmkurs, beim Vereinstraining, auf dem Eis oder beim Saunabesuch: Hier entstehen viele Möglichkeiten, aktiv zu sein und gemeinsam eine gute Zeit zu verbringen. Für mattiaqua ist das eine spannende neue Aufgabe.“
Baum fasste noch einmal zusammen, was der Sportpark, der bei planmäßigem Verlauf 2028 eröffnet werden soll, zu bieten hat: Es entsteht ein Schwimmbad mit einem wettkampftauglichen Becken. Dazu kommt eine attraktive Saunaanlage mit drei Saunen, einem Dampfbad, einem Whirlpool, einem Außenbecken und einem wunderschönen außenliegenden Saunagarten.
Ganz besonders liege mattiaqua jedoch am Herzen, „unsere Allerkleinsten für das Medium Wasser zu begeistern und möglichst vielen Kindern die Möglichkeit zu bieten, schwimmen zu lernen“, so der Betriebsleiter. Deshalb verfüge das Schwimmbad im Sportpark über ein Lehrschwimmbecken mit höhenverstellbarem Boden, einen Nichtschwimmerbereich mit Strömungskanal und Massagedüsen, einen Planschbereich und für die ganz Mutigen auch zwei Actionrutschen.
Das biete „einerseits ideale Voraussetzungen für das schulische Schwimmen, andererseits aber auch für den Ausbau unserer eigenen Schwimmschule“, so Baum. Dort lernten derzeit jährlich rund 500 Kinder außerhalb des Schulschwimmens schwimmen. „Mit der Eröffnung des Sportparks werden wir dieses Angebot künftig noch weiter ausbauen können“, versprach der Betriebsleiter. Das sei eine Investition, die sich nicht allein in Quadratmetern oder Baukosten messen lasse, so Baum, „sondern vor allem in Sicherheit, Selbstvertrauen und Lebensqualität. Denn schwimmen zu können, ist keine Nebensache, sondern eine wichtige Fähigkeit, die im Zweifel Leben retten kann.“
Aber auch die für Wiesbaden einmalige Eishalle werde neue Maßstäbe setzen, so Baum. „Ab 2028 werden wir hier im Sportpark endlich wetterunabhängige Trainings-, Wettkampf- und Freizeitmöglichkeiten anbieten können. Damit gehört die Frage, ob das Wetter mitspielt, zumindest für den Eissport der Vergangenheit an“, freute sich der Betriebsleiter und witzelte: „Während man andernorts noch darauf hofft, dass der Winter kalt genug wird, werden wir in Wiesbaden ganz entspannt sagen können: Das Eis ist schon da!“
Der Sportpark ersetzt künftig das Freizeitbad Mainzer Straße und die Henkell-Kunsteisbahn. Mit der Bündelung dieser Angebote erhält der Standort eine neue Bedeutung für das Sport- und Freizeitleben der Stadt.
Das neue Freizeitbad bietet unter anderem ein 50-Meter-Schwimmbecken, ein Lehrschwimmbecken mit Hubboden und einen Nichtschwimmerbereich. Die Eissporthalle soll außerhalb der Eissaison auch für Rollsport genutzt werden. Ein gemeinsames Foyer verbindet die Bereiche und macht die Vielfalt des Sportparks bereits beim Ankommen erlebbar. Die höhengestaffelte Architektur greift die Topografie der Rheinhöhe auf und bindet den Neubau in sein Umfeld ein. Holztragwerk, Photovoltaik und begrünte Dachflächen verbinden die städtebauliche Entwicklung mit dem Anspruch an nachhaltiges Bauen.
Mehr Informationen stehen unter www.sportpark-rheinhoehe.de zur Verfügung.
(Diether von Goddenthow – RheinMainKultur.de)
