
Wie das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur mitteilt, hat Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels am 15. Mai die Juryentscheidung zum Hessischen Verlagspreis 2026 bekanntgegeben: Der mit 20.000 Euro dotierte Hauptpreis geht an die Frankfurter Verlagsanstalt. Der Sonderpreis in Höhe von 7.000 Euro wird an die Büchergilde Gutenberg Verlagsgenossenschaft verliehen, die ebenfalls in Frankfurt ansässig ist. Auf der Shortlist stehen darüber hinaus die Edition W, Brandes & Apsel sowie der Büchner-Verlag. Der Hessische Verlagspreis wird seit 2018 gemeinsam vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur sowie dem Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland e.V. im Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben.
„Unabhängige Verlage sind unverzichtbar für Demokratie und kulturelle Vielfalt. Sie schaffen Räume für Debatten, eröffnen neue Perspektiven und geben Stimmen Gehör, die unsere Gesellschaft bereichern und herausfordern“, erklärte Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels. Mit dem Hessischen Verlagspreis werde dieses Engagement gewürdigt. Die Frankfurter Verlagsanstalt überzeuge durch literarische Qualität, verlegerische Sorgfalt und ein besonderes Gespür für wichtige Stimmen der Gegenwartsliteratur. Die Büchergilde Gutenberg wiederum zeige beispielhaft, wie ein unabhängiges, genossenschaftlich getragenes Verlagsmodell die Buchkultur nachhaltig stärken könne. Gremmels gratulierte außerdem den drei weiteren Verlagen aus Neu-Isenburg, Frankfurt und Marburg zur Aufnahme in die Shortlist.
Lothar Wekel, Vorsitzender des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins, ergänzt: „Joachim Unseld führt seit 1994 als erfahrener Verleger die Frankfurter Verlagsanstalt und gewann unter anderem 2016 mit Bodo Kirchhoffs ,Widerfahrnis‘ den Deutschen Buchpreis, erreichte mit Nino Haratischwilis ,Das mangelnde Licht‘ Bestsellerzahlen – und startet aktuell sein ,FVA POCKET‘-Programm. Ein gewichtiges literarisches Programm über viele Jahrzehnte hinweg, in welchem auch Erstlingswerke mehrfach mit dem aspekte-Literaturpreis des ZDF ausgezeichnet wurden. Ich würde schlicht sagen, der Hauptpreis für sein Gesamtwerk FVA war überfällig!
Alexander Elspas und die traditionsreiche Büchergilde Gutenberg sind nicht mehr voneinander zu trennen – als erfahrener Vertriebsmann weiß er seit über zehn Jahren die Clubgeschehnisse zu einem schönen Ganzen zu gestalten und als Buchmensch schlägt sein Herz für unglaublich gut gemachte Bücher – sodass ein genossenschaftlich geführter Buchverlag von Format entstand, der einmalig in unserem Land ist.“
Die Jury hob hervor, dass die Frankfurter Verlagsanstalt mit ihrem sorgfältig kuratierten Programm und hochwertigen Taschenbucheditionen weit über Hessen hinaus große Anerkennung genießt. Besonders gewürdigt wurde die verlegerische Arbeit von Joachim Unseld, der den Verlag in den vergangenen Jahren erfolgreich neu positioniert und ihm neue Sichtbarkeit verschafft habe.
Die Büchergilde Gutenberg Verlagsgenossenschaft wurde insbesondere für ihre herausragende Gestaltungskultur und ihr genossenschaftliches Modell ausgezeichnet. Unter der Leitung von Alexander Elspas entstehen aufwendig gestaltete Bücher mit hochwertigen Materialien, besonderen Illustrationen und außergewöhnlicher haptischer Qualität. Nach Einschätzung der Jury gelingt es der Genossenschaft durch die enge Bindung ihrer Mitglieder, verlegerische Qualität und anspruchsvolle Buchgestaltung langfristig zu sichern und damit einen wichtigen Beitrag zur Vielfalt der deutschen Verlagslandschaft zu leisten.
Der Hessische Verlagspreis ist Teil der Verlagsförderung des Landes Hessen und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Ziel ist es, die kulturelle Vielfalt unabhängiger Verlage zu stärken, den Vertrieb von Büchern zu fördern und die anspruchsvolle Verlagsarbeit im digitalen Wandel sichtbar zu machen. Bewerben können sich unabhängige Verlage mit Sitz in Hessen und einem Jahresumsatz von unter zwei Millionen Euro. Die Preisverleihung findet am 23. Juni 2026 im Presseclub der Villa Clementine in Wiesbaden statt.
