
Das Literaturhaus Villa Clementine in Wiesbaden präsentiert im Juni 2026 ein vielseitiges Programm zwischen Lyrik, Lesekultur, Klangkunst und Open-Air-Literaturfestival. Besucherinnen und Besucher erwartet ein Monat mit hochkarätigen Autorinnen und Autoren, besonderen Veranstaltungsformaten und mehreren kostenfreien Angeboten.
Den Auftakt setzt am 9. Juni die Verleihung des renommierten Lyrikpreises Orphil der Landeshauptstadt Wiesbaden. Der mit 10.000 Euro dotierte Hauptpreis geht in diesem Jahr an die Lyrikerin Karin Fellner, insbesondere für ihren Band „Polle und Fu“. Der Debütpreis, dotiert mit 2.500 Euro, wird an Lara Rüter für „amoretten in netzen“ vergeben. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre an Autorinnen und Autoren verliehen, die sich mit ihrem Werk bewusst gegen politische und stilistische Moden stellen. Kulturdezernent Dr. Hendrik Schmehl überreicht die Preise, musikalisch begleitet wird der Abend von Gitarrist Volker Reichl.
Mit der „Leseparty“ am 13. Juni zieht ein ungewöhnliches Format in die Villa Clementine ein. Unter dem Motto „Lesen statt Tanzen“ treffen sich Literaturbegeisterte zum gemeinsamen stillen Lesen in geselliger Atmosphäre. Inspiriert von den aus den USA bekannten „Silent Reading Partys“ verbindet die Veranstaltung konzentrierte Lektüre mit entspanntem Austausch bei Getränken und Snacks.
Nur wenige Tage später, am 16. Juni, lädt das offene „Literaturforum“ erneut zur Diskussion aktueller Literatur und bedeutender Werke des 20. Jahrhunderts ein. Unter der Leitung von Rita Thies diskutieren die Teilnehmenden gemeinsam ausgewählte Bücher und literarische Positionen.
Ein experimentelles Highlight folgt am 17. Juni im Rahmen des MADE Festivals. Die Künstler Ruth Fühner und Oliver Augst präsentieren mit „Ichthyosaurus Brecht“ einen SoundEssay, der Bertolt Brechts Werk aus der Perspektive des Wassers als Symbol für Wandel und Veränderung betrachtet. Texte, Klang und Musik verbinden sich dabei zu einem atmosphärischen Brecht-Porträt.
Auch das junge Publikum kommt im Juni auf seine Kosten. In Kooperation mit dem Frankfurter Kinder- und Jugendbuchfestival STADT LAND BUCH lädt das Literaturhaus am 19. Juni zu einem Lesungspicknick mit der deutsch-französischen Illustratorin und Autorin Isabel Pin in den Dürerpark ein. Vorgestellt werden unter anderem die Bücher „Die gelben Gummistiefel“ und „Mein Freund, der Pomiok“. Neben der Lesung erwartet Kinder ab fünf Jahren ein kreativer Mitmach-Nachmittag unter freiem Himmel.
Besonderer Höhepunkt des Monats ist die sechste Ausgabe des Literaturfestivals „Ins Offene: Die Fiktion fürchtet nichts“, das vom 24. bis 28. Juni in der Kleinen Wilhelmstraße rund um das Literaturhaus stattfindet. Mehr als 20 Veranstaltungen unter freiem Himmel bringen Autorinnen und Autoren, Musik, Gespräche und Performances nach Wiesbaden. Zu den angekündigten Gästen zählen unter anderem Sasha Filipenko, Jina Khayyer, Daniel Speck, Kristof Magnusson, Sharon Dodua Otoo und Tomer Gardi. Ergänzt wird das Programm durch Abende mit Songs, Lyrics und Chansons sowie eine Hommage an Ingeborg Bachmann.
Darüber hinaus öffnen die „Offenen Wochenenden“ weiterhin regelmäßig ihre Türen. In Kooperation mit GLYG lädt das Literaturhaus jeweils von 13 bis 18 Uhr zu Kaffee, Snacks und zwanglosen Begegnungen in die Villa Clementine ein.
Der Eintritt zu vielen Veranstaltungen ist frei. Weitere Informationen und das vollständige Programm sind auf der Website des Literaturhauses verfügbar.
Weitere Informationen:
Literaturhaus Villa Clementine Wiesbaden
