„True Crime und Horror in der Vormoderne? – „Mainzer Gespräche“: Neue Perspektiven auf Landesgeschichte und Spätmittelalter – Vortragsreihe ab 20. Oktober 2026

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Am 20. Oktober 2026 startet im Historischen Seminar der Johannes Gutenberg Universität mit dem Vortrag „True Crime und Horror in der Vormoderne?“ die öffentliche Gesprächsreihe  „Mainzer Gespräche: Neue Perspektiven auf Landesgeschichte und Spätmittelalter“. Eine  Teilnahme ist in Präsens vor Ort oder online möglich.

Wie wurde der Werwolf in der Frühen Neuzeit dargestellt? Welche Rolle spielten fromme Frauen im spätmittelalterlichen Frankfurt? Und wie wird das Mittelalter in modernen Videospielen vermittelt? Mit diesen und weiteren spannenden Fragen beschäftigen sich die „Mainzer Gespräche. Neues aus Landesgeschichte und Spätmittelalter“, eine öffentliche Vortragsreihe der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Vom 20. Oktober 2026 bis zum 2. Februar 2027 geben Wissenschaftler und Nachwuchsforscher Einblicke in aktuelle Themen, Fragestellungen und Projekte der spätmittelalterlichen Geschichte und der vergleichenden Landesgeschichte.

Veranstaltet wird die Reihe vom Arbeitsbereich Spätmittelalterliche Geschichte und Vergleichende Landesgeschichte am Historischen Seminar der JGU. Im wöchentlichen Rhythmus präsentieren Studierende und Doktoranden der Mainzer Universität sowie ausgewählte auswärtige Gäste ihre laufenden Forschungsarbeiten. Das Spektrum reicht von Bachelor- und Masterarbeiten über Dissertationen bis hin zu Habilitationsprojekten. Im Anschluss an die Vorträge besteht Gelegenheit, die vorgestellten Themen gemeinsam im Plenum zu diskutieren.

Das Programm verbindet klassische Fragen der Landes- und Stadtgeschichte mit kulturgeschichtlichen, gesellschaftlichen und interdisziplinären Perspektiven. So untersucht Katrin Kober aus Mainz zum Auftakt am 20. Oktober unter dem Titel „True Crime und Horror in der Vormoderne? Der Werwolf in der Flugpublizistik des späten 16. Jahrhunderts“ historische Vorstellungen von Verbrechen und Schrecken. Am 3. November widmet sich Lara Ritter aus Mainz frommen Frauen zwischen Selbst- und Fremdbestimmung und beleuchtet das Beginenhaus der Rosenberger Einung im spätmittelalterlichen Frankfurt.

Weitere Vorträge befassen sich unter anderem mit der Gemeindebildung in kleinen Reichsstädten, der gesellschaftskritischen Funktion närrischen Treibens im spätmittelalterlichen Städtewesen sowie mit der Versöhnungsmedaille des Ritters Franz von Sickingen. Auch die Darstellung des Mittelalters in der digitalen Spielwelt kommt zur Sprache: Xeno Mischke aus Mainz fragt am 15. Dezember, ob das Mittelalter in dem Videospiel „Crusader Kings III“ tatsächlich als finster, grausam und dreckig erscheint.

Darüber hinaus stehen die Deutung von Geschlecht und die Mensch-Tier-Grenze im späten Mittelalter, museale Vorstellungen von Heimat in Grenzregionen sowie die Provenienzforschung zu historischen Mainzer Buchbeständen in Uppsala auf dem Programm. Den Abschluss bildet am 2. Februar 2027 ein Vortrag von Maximilian Armstroff aus Mainz über König Ruprecht und die Reichsstädte im frühen 15. Jahrhundert und das Verhältnis zwischen königlicher Herrschaft und städtischer Autonomie.

Termine und Programm

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20. Oktober 2026: Katrin Kober (Mainz) – True Crime und Horror in der Vormoderne? Der Werwolf in der Flugpublizistik des späten 16. Jahrhunderts
27. Oktober 2026: Anna Sophie Hellmuth (Jena) – Ernestinische Dynastinnen in europäischen Monarchien. Adel, Dynastie und Herrscherpraxis im 19. Jahrhundert
3. November 2026: Lara Ritter (Mainz) – Fromme Frauen zwischen Selbst- und Fremdbestimmung. Das Beginenhaus der Rosenberger Einung im spätmittelalterlichen Frankfurt
10. November 2026: Malin Martin (Heidelberg) – Zwischen „Lokalpatriotismus“ und der „Liebe für die große Heimat“. Museale Modellierungen von Heimat(en) in Grenzregionen
24. November 2026: Stefan Heinz (Mainz) – Wer den Ritter nicht ehrt, ist den Kaufmann nicht wert. Die Versöhnungsmedaille des Franz von Sickingen
1. Dezember 2026: Sebastian Weil (Kassel) – Autonome Inseln? Gemeindebildung in kleinen Reichsstädten
8. Dezember 2026: Anna Schmid (Mainz) – Vom Besenbinder zum Bürgermeister? Närrisches Treiben und seine Gesellschaftskritik im spätmittelalterlichen Städtewesen des süddeutschen Sprachraums
15. Dezember 2026: Xeno Mischke (Mainz) – Finster, grausam und dreckig? Die Darstellung des Mittelalters in dem Videospiel Crusader Kings III
5. Januar 2027: Aaron Müller (Mainz) – Rechtssubjekt oder teuflische Illusion? Zur Fragilität der Mensch-Tier-Grenze im späten Mittelalter
12. Januar 2027: Kea Junker (Rostock) – Ambige Körper – Hermaphroditen und mittelalterliche Deutungsformen von Geschlecht
26. Januar 2027: Marc Rudolph (Mainz) – Auf den Spuren Mainzer Bücher. Provenienzforschung an den historischen Beständen in Uppsala
2. Februar 2027: Maximilian Armstroff (Mainz) – Ruprecht und die Reichsstädte im frühen 15. Jahrhundert. Annäherung an ein Herrschaftsverhältnis zwischen König und Stadt

Veranstaltungsort: Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Philosophicum, Hörsaal P 101, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Jakob-Welder-Weg 18.
Zeit: die Reihe wird am 20. Oktober eröffnet und endet am 2. Februar 2027. Die Vorträge finden jeweils dienstags von 16.15 bis 17.45 Uhr im Hörsaal P 101 des Philosophicums  statt. Einzelne Termine sind ausgenommen;
Hybrid: Neben der Teilnahme in Präsenz ist auch eine Online-Zuschaltung möglich. Interessierte können sich hierzu per E-Mail an landesgeschichte-mittelalter@uni-mainz.de wenden.
Veranstalter: Arbeitsbereich Spätmittelalterliche Geschichte und Vergleichende Landesgeschichte am Historischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Online-Teilnahme und Kontakt: landesgeschichte-mittelalter@uni-mainz.de

Veranstaltungs-Flyer