
Mit einem Archivfest ist am Freitag die Erweiterung des Wiesbadener Stadtarchivs feierlich begangen worden. Kulturdezernent Dr. Hendrik Schmehl eröffnete gemeinsam mit Stadtarchiv-Leiter Dr. Peter Quadflieg, Felicitas Reusch, Vorsitzende des Kunstarche e.V., sowie Ulrich Kirchen vom Förderverein des Stadtarchivs die neuen Räume am Standort „Im Rad 42“.
Nach rund 14 Monaten Bauzeit wurden bereits im Januar 2026 etwa 2.000 Quadratmeter zusätzliche Fläche übergeben. Damit haben sich die Kapazitäten des Archivs nahezu verdoppelt. Trotz der umfangreichen Bauarbeiten blieb das Stadtarchiv während der gesamten Zeit weitgehend für den Publikumsverkehr geöffnet.
Neben der Erweiterung wurden auch bestehende Bereiche modernisiert. Der Lesesaal erhielt neue Regale und Arbeitsflächen, ebenso wurde die Infrastruktur verbessert. Eine neue Brand- und Einbruchmeldeanlage, moderne LED-Beleuchtung sowie erneuerte Klima- und Lüftungssysteme sorgen nun für optimale Bedingungen. Bei konstant rund 19 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von etwa 44 Prozent können die Bestände künftig unter idealen konservatorischen Voraussetzungen gelagert werden.

In seiner Ansprache betonte Kulturdezernent Schmehl die Bedeutung des Archivs für die Stadt: „Ein gutes Archiv ist entscheidend für die Erforschung der Stadtgeschichte.“ Zugleich hob er die enge Zusammenarbeit mit der Kunstarche hervor, die sich um künstlerische Nachlässe kümmert, während das Stadtarchiv vor allem amtliche Unterlagen sowie private Vor- und Nachlässe bewahrt.
Das Archivfest, das nach mehrjähriger Pause erstmals wieder stattfand, verstand sich auch als Tag der offenen Tür und als Dank an Unterstützer, Partner und Mitarbeitende. In diesem Jahr habe die Veranstaltung jedoch eine besondere Bedeutung, so Schmehl, da nun die dringend benötigte Erweiterung in Betrieb genommen werden konnte.

Die zusätzlichen Flächen sichern nach Angaben der Stadt die Archivkapazitäten für die kommenden Jahrzehnte. Gleichzeitig wurde im Zuge der Bauarbeiten auch in die bestehende Infrastruktur investiert, etwa in Aufenthaltsräume für Mitarbeitende sowie barrierefreie Zugänge.
Schmehl dankte allen Beteiligten des Projekts, darunter dem Architekturbüro sowie den beteiligten Ämtern und Mitarbeitenden, für die erfolgreiche Umsetzung. Das Ergebnis zeige, dass sich der Aufwand gelohnt habe.
Mit der Erweiterung stärkt Wiesbaden sein historisches Gedächtnis – und schafft zugleich bessere Bedingungen für Forschung, Bildung und die Bewahrung kultureller Zeugnisse.
(Diether von Goddenthow – RheinMainKultur.de)
Weitere Infos: Stadtarchiv Wiesbaden
Kunstarche mit aktueller Ausstellung „Was kommt auf den Tisch?“
