Neues Ordnungsamt Wiesbaden eingeweiht – Ein eigener Raum für ehrenamtlich organisierte Kulturveranstaltungen

Wie ein Zwilling von der Wiesbadener KfZ-Meldestelle (vorne) wurde das neue Verwaltungsgebäude des Ordnungsamtes (hinteres Gebäude) errichtet. © Foto: Diether v. Goddenthow

15 Monate nach der Grundsteinlegung haben am heutigen Freitag, 8. Mai 2026, Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD), Baudezernent Andreas Kowol (Grüne), Ordnungsdezernentin Maral Koohestanian (Volt) und WiBau-Geschäftsführer Christoph Golla bei einer Feierstunde mit zahlreichen Gästen das neue Verwaltungsgebäude des Ordnungsamtes in der Stielstraße 3 in Schierstein offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Damit erreicht die Landeshauptstadt Wiesbaden einen weiteren wichtigen Meilenstein in der städtebaulichen Entwicklung des Ortsteils. Bauherrin des Projekts ist die städtische WiBau. Rund 6,4 Millionen Euro investierte die WiBau Wiesbaden in das von ihr im Rahmen eines Erbbauvertrags errichtete Ordnungsamt, welches sie an die Landeshauptstadt Wiesbaden vermietet.

Oberbürgermeister Gerd Uwe Mende (mitte) durchtrennt das Einweihungsband gemeinsam unter anderem mit Ordnungsdezernentin Maral Koohestanian (Volt), Baudezernent Andreas Kowol (Grüne), Architekt Torsten Schön u Team, Stefan Stark und Jörg Brömer (GEschäftsführung Brömer GmbH), (r.), und Stefan Krebs ist der Leiter des Ordnungsamtes, WiBau-Geschäftsführer Christoph Golla und Team. © Foto: Diether v. Goddenthow

Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme des Neubaus der Kfz-Zulassungsstelle im Jahr 2024 wurde der verbliebene Altbestand auf dem Grundstück zurückgebaut, um Platz für das neue Verwaltungsgebäude zu schaffen. Der nun fertiggestellte Neubau bündelt bislang auf mehrere Standorte verteilte Abteilungen des Ordnungsamtes und schafft moderne, funktionale Arbeitsbedingungen. In dem dreigeschossigen Neubau konnten die einzelnen Abteilungen der Behörde zentralisiert werden.

In dem Gebäude finden künftig die Abteilungen Ordnungswesen und Gewerbewesen, das Veranstaltungsbüro sowie die Abteilung Waffen-, Jagd- und Fischereiwesen ihren Platz. Ergänzt wird das Raumangebot durch Besprechungsräume, Archivflächen sowie eine Dachterrasse für die Mitarbeitenden.

Oberbürgermeister Gerd Uwe Mende spricht Grußwort zur Einweihung. © Foto: Diether v. Goddenthow

Auch architektonisch setzt der Neubau ein deutliches Zeichen. Das Gebäude überzeugt durch eine klare, moderne Formensprache mit horizontal gegliederten Fassadenbändern und einer hochwertigen Materialgestaltung. Besonders prägend ist ein mäandrierendes weißes Fassadenband, das sich über die Gebäudefront zieht und dem Baukörper eine markante, zugleich ruhige Struktur verleiht. Die zurückliegenden anthrazit- und orangefarbenen Fensterelemente schaffen zusätzliche Tiefe und setzen dezente gestalterische Akzente. Durch das zurückgesetzte dritte Obergeschoss wirkt das Gebäude trotz seiner Größe offen und gegliedert; zugleich entsteht dadurch Raum für die großzügige Dachterrasse. Insgesamt verbindet der Neubau funktionale Anforderungen einer modernen Verwaltung mit einem eigenständigen architektonischen Ausdruck.

Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende betonte bei der Einweihung die Bedeutung des Projekts für die Stadt: „Mit dem neuen Verwaltungsgebäude schaffen wir nicht nur moderne Arbeitsplätze für unsere Mitarbeitenden, sondern verbessern auch nachhaltig den Service für Bürgerinnen und Bürger. Die Bündelung der bislang verteilten Einheiten ist ein wichtiger Schritt hin zu einer effizienteren Verwaltung.“

Ordnungsdezernentin Maral Koohestanian. © Foto: Diether v. Goddenthow

Ordnungsdezernentin Maral Koohestanian unterstrich die funktionalen Vorteile: „Für das Ordnungsamt ist dieses Gebäude ein großer Gewinn. Die Zusammenführung der Abteilungen verbessert die interne Zusammenarbeit erheblich und sorgt gleichzeitig für kürzere Wege und bessere Erreichbarkeit für die Bürgerinnen und Bürger.“ Zudem unterstrich sie, dass in dem Neubau auch das Veranstaltungsbüro der Stadt untergebracht wurde. In einem eigenen Raum wäre beispielsweise zudem alles untergebracht, was für ein ehrenamtlich organisiertes Fest benötigt würde, etwa technisches Geräte.

Bau- und Verkehrsdezernent Andreas Kowol hob die bauliche Qualität hervor. Er sagte: „Der Neubau überzeugt durch eine klare architektonische Struktur und eine nachhaltige Bauweise. Mit Gründach, Photovoltaikanlage, Wärmepumpentechnik und langlebiger Fassadengestaltung setzen wir bewusst auf zukunftsfähige Lösungen im öffentlichen Bau.“

Christoph Golla, Geschäftsführer der WiBau, freute sich, das wichtige Projekt mit professionellem und kollegialem Engagement aller Beteiligten verlässlich realisiert zu haben: „Das gelang in Schierstein so gut, dass ich mir manchmal wünsche, man könnte Verlässlichkeit und gegenseitiges Vertrauen zu Hauptzuschlagskriterien in zukünftigen Vergabeprozessen machen.“

Als Vertreter der Bauausführenden erhielt der Architekt Torsten Schön das Schlusswort und erläuterte die Besonderheiten des Bauprozesses sowie des architektonischen Konzepts. Im Inneren sorgt ein effizienter Dreibund-Grundriss mit zentral angeordneten Nebenräumen für kurze Wege und flexible Nutzungsmöglichkeiten. Der Bauablauf erstreckte sich von den Abbrucharbeiten im Sommer 2024 über den Rohbaubeginn im Dezember 2024 bis zur Fertigstellung im März 2026. Ein besonderes Augenmerk lag auch auf dem Naturschutz: Vor dem Abbruch des Altbestands wurden Jungtiere von Gartenschläfern in Abstimmung mit dem Umweltamt erfolgreich umgesiedelt.

Architekt Torsten Schön.© Foto: Diether v. Goddenthow

Das Gebäude wurde mit deutlichem Fokus auf Nachhaltigkeit geplant. Neben dem Gründach tragen insbesondere eine Photovoltaikanlage, moderne Wärmepumpentechnik sowie langlebige Fassadenmaterialien zu einer ressourcenschonenden und energieeffizienten Nutzung bei. Diese Elemente wurden von der Stadt ausdrücklich als „zukunftsfähige Lösungen im öffentlichen Bau“ hervorgehoben.

Eine besondere sicherheitstechnische Infrastruktur befindet sich im nicht öffentlichen Bereich des Gebäudes: Dort wurde eine unterirdische Waffenkammer integriert, die höchsten Sicherheitsanforderungen entspricht und zur Lagerung beschlagnahmter Waffen, Munition und Sprengstoffe dient.

Städtebaulich ist das Projekt ebenfalls von Bedeutung. Gemeinsam mit der bereits bestehenden Kfz-Zulassungsstelle entsteht in Wiesbaden-Schierstein ein modernes Verwaltungscluster, das langfristig als zentraler Bürgerdienststandort weiterentwickelt werden soll.