
Am Neubau des Helmholtz-Instituts für Translationale Onkologie Mainz (HI-TRON) wurde gestern feierlich die Richtkrone aufgesetzt. Mit dem Abschluss der Rohbauarbeiten erreicht das Bauprojekt auf dem Gelände der Universitätsmedizin Mainz einen wichtigen Meilenstein. Nun beginnt der Innenausbau des Forschungsgebäudes, dessen Fertigstellung und Inbetriebnahme für das Jahr 2028 vorgesehen sind. Dann werden die Mitarbeiter des Instituts in das neue Gebäude im Killianweg auf dem Campus der Universitätsmedizin Mainz einziehen.
Das HI-TRON Mainz ist ein gemeinsames Institut des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Forschungsinstituts Translationale Onkologie an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (TRON gGmbH), der Universitätsmedizin Mainz sowie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Die Forschung am Institut verfolgt das Ziel, neue Strategien zu entwickeln, um Krebs mithilfe des Immunsystems effektiver zu bekämpfen – unter anderem durch gezielt aktivierte Abwehrzellen, tumorspezifische Impfansätze und intelligente Kombinationstherapien.
Als Bauherrin richtete die Universitätsmedizin Mainz das Richtfest gemeinsam mit Vertretern des Landes Rheinland-Pfalz, den künftigen Nutzern, den Architekten und Planern, den beteiligten Handwerksunternehmen sowie Gästen aus Politik und regionalem Umfeld aus.
Der Minister für Wissenschaft und Gesundheit des Landes Rheinland-Pfalz, Clemens Hoch, erklärte: „Das Land hat in den vergangenen Jahren durch die kontinuierliche Förderung der Grundlagenforschung, die gezielte Ansiedlung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen, die Stärkung ihrer Zusammenarbeit sowie durch den Ausbau moderner Infrastruktur ein Umfeld geschaffen, das international wettbewerbsfähige Spitzenforschung ermöglicht. Das HI-TRON nimmt darin eine wichtige Rolle ein, indem es dazu beiträgt, die in Mainz vorhandene Expertise in der personalisierten Immuntherapie zum Nutzen der Patienten weiterzuentwickeln. Das Richtfest des Neubaus ist ein weiterer Schritt hin zu einem hochmodernen Laborgebäude, das optimale Rahmenbedingungen für die Forschung schafft.“

Die Baukosten für das neue Forschungsgebäude belaufen sich auf rund 33 Millionen Euro und werden aus Mitteln des Landes Rheinland-Pfalz finanziert.
Kathleen Kreutzer, Vorstand für Bau und Infrastruktur der Universitätsmedizin Mainz, dankte allen am Bau Beteiligten für den bisherigen reibungslosen Projektverlauf. Sie betonte: „Unser Campus befindet sich in einem umfassenden Wandel. In den kommenden Jahren wird die Universitätsmedizin Mainz grundlegend modernisiert und umgebaut, um den Anforderungen zeitgemäßer Spitzenmedizin und Forschung gerecht zu werden. Das HI-TRON steht sinnbildlich für diese Entwicklung – ein interdisziplinäres und hochmodernes Forschungsgebäude in direkter Nachbarschaft zu Kliniken, Instituten und weiteren Einrichtungen, das hervorragende Voraussetzungen für wissenschaftliche Arbeit bieten wird.“
Der Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase hob hervor: „Mainz hat sich in den vergangenen Jahren dank vieler engagierter Wissenschaftler zu einem internationalen Zentrum im Kampf gegen Krebs entwickelt. Gemeinsam mit der Biotechnologiebranche und der Universitätsmedizin ist ein leistungsfähiger Life-Science-Standort entstanden. Von Mainz aus werden medizinische Innovationen vorangetrieben, und das Richtfest des HI-TRON markiert einen weiteren wichtigen Schritt in dieser Entwicklung. Aufgabe der Stadt ist es, optimale Rahmenbedingungen für Forschung und Wirtschaft zu schaffen – unter anderem gemeinsam mit unserer Standortentwicklungsgesellschaft biomindz. Dass Mainz viermal in Folge zur dynamischsten Stadt Deutschlands gewählt wurde, bestätigt diesen erfolgreichen Weg.“
Auch der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Prof. Dr. Georg Krausch, unterstrich die Bedeutung des Neubaus für den Wissenschaftsstandort: „Das Richtfest des neuen HI-TRON-Gebäudes stellt einen Meilenstein für die Krebsforschung in Mainz dar. Hier werden künftig Spitzenforschung, modernste Technologien und interdisziplinäre Expertise unter einem Dach vereint, um die Entwicklung personalisierter Immuntherapien weiter voranzutreiben. Gemeinsam mit dem bereits seit 2009 auf dem Gutenberg-Campus bestehenden Helmholtz-Institut Mainz verfügen wir über hervorragende Forschungsinfrastrukturen, die unser wissenschaftliches Profil national wie international nachhaltig stärken.“
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Michael Baumann, Wissenschaftlicher Vorstand und Vorstandsvorsitzender des DKFZ, erläuterte die wissenschaftlichen Ziele: „Immunbasierte Therapien zeigen bei einigen Krebsarten bereits heute bemerkenswerte Erfolge. Dennoch profitieren bislang nicht alle Patienten von diesen Behandlungen. Die Aufgabe der Forscher im HI-TRON Mainz besteht darin, das körpereigene Immunsystem noch gezielter gegen Krebs auszurichten und vielversprechende Forschungsergebnisse konsequent in klinische Prüfungen zu überführen. Aufbauend auf der Expertise aller Partner wollen wir das volle Potenzial individualisierter Immuntherapien erschließen.“
Univ.-Prof. Dr. Philipp Drees, Wissenschaftlicher Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz, betonte die Vorteile der zukünftigen räumlichen Bündelung: „Mit dem Neubau schaffen wir die Voraussetzung, dass Wissenschaftler, die bislang auf verschiedene Standorte verteilt sind, künftig unter einem Dach zusammenarbeiten können. Das stärkt den interdisziplinären Austausch erheblich. Gleichzeitig ermöglicht die unmittelbare Nähe zu unseren Kliniken und Einrichtungen, Ergebnisse aus der Grundlagenforschung schneller in die Versorgung der Patienten zu übertragen. Ein Helmholtz-Institut auf dem Campus bietet zudem hervorragende Bedingungen, um internationale Talente zu gewinnen und wissenschaftlichen Nachwuchs auszubilden.“
Architektur verbindet Forschungseinrichtungen

Am neuen Standort im Killianweg entsteht eine vernetzte Forschungslandschaft. Dort sind bereits das Paul-Klein-Zentrum für Immunintervention (PKZI) und das Neuroimaging Center (NIC) angesiedelt; die klinisch-theoretischen Institute befinden sich derzeit in der Inbetriebnahme. „Mit dem HI-TRON wird die interdisziplinäre Laborlandschaft der Universitätsmedizin Mainz weiter ausgebaut“, erklärt Marcus Fißan, Managing Director bei HENN Architekten. „Eine gläserne Brücke verbindet die sechs einzelnen Baukörper miteinander. Die Architektur schafft damit gezielt Verbindungen – zwischen Menschen, Disziplinen und Ideen – und fördert den Austausch als Grundlage medizinischer Innovation.“

Da sich das HI-TRON Mainz weiterhin im personellen Aufbau befindet, bietet der Neubau zusätzliche räumliche Kapazitäten. Das fünfgeschossige Gebäude mit einer Nutzfläche von rund 2.300 Quadratmetern wird moderne Labor- und Büroflächen für die translationale Onkologie und Krebsimmuntherapie bereitstellen. Flexible Strukturen ermöglichen zukünftiges Wachstum und unterstützen neue Forschungsansätze. Aufenthaltsbereiche, Teeküchen und Besprechungsräume fördern darüber hinaus gezielt den Austausch zwischen Arbeitsgruppen unterschiedlicher Fachrichtungen.
Nachhaltigkeit im Fokus
Beim Bau des HI-TRON Mainz spielt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Angestrebt wird eine Gold-Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB), die den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes unter ökologischen, ökonomischen und sozialen Gesichtspunkten bewertet – von der Planung über die Nutzung bis hin zu einem möglichen späteren Rückbau. Berücksichtigt werden dabei sowohl bauliche Aspekte, etwa der Einsatz CO₂-reduzierter Materialien, als auch ein energieeffizienter Betrieb und barrierefreie Nutzungskonzepte.
Mit dem Baubeginn im Jahr 2023 entsteht am Campus der Universitätsmedizin Mainz im Killianweg (Gebäude 308 D) ein modernes Forschungsgebäude, das speziell für die Anforderungen der translationalen Onkologie konzipiert ist. Mit der geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2028 soll das von HENN Architekten entworfene Institut neue Maßstäbe für interdisziplinäre Krebsforschung setzen und den Wissenschaftsstandort Mainz langfristig stärken.
(Uni-Medizin _ Diether von Goddenthow /RheinMainKultur.de)
