
Am 3. Mai eröffneten in der SV AtriumGalerie anlässlich der Kooperation mit dem Deutschen Fernsehkrimifestival Michael Meier, Vorstand der SV SparkassenVersicherung, Dr. Irene Titze-Winter, Leiterin der Kunst- und Kulturförderung der SV, sowie Fernsehkrimi-Festivalleiterin Kathrin Ehrlich die Ausstellung „febris“ des Thüringer Künstlers Michael Schmidt.
Michael Meiers betonte, dass die SV SparkassenVersicherung das Festival seit Jahren fördere und in diesem Jahr erstmals vollständig den Fernsehkrimi-Ehrenpreis gestiftet habe. Verbunden seien beide Partner durch die Themen „Krimi“ und „Kunst“: Während Krimis erzählten, was geschehe, wenn etwas schieflaufe, beschäftige sich die Versicherung mit der Frage, wie Schäden vermieden oder begrenzt werden können. Festivalleiterin Kathrin Ehrlich dankte für die langjährige Zusammenarbeit, die sie als „wunderbar“ bezeichnete.

Mit der Ausstellung „febris“, so Titze-Winter, setze die SV ihre Reihe anspruchsvoller Präsentationen fort und stelle zeitgenössische Kunst erneut in einen lebendigen gesellschaftlichen Kontext. In einem Gespräch mit der Kuratorin gab Schmidt Einblicke in sein Werk: Der ursprünglich als Steinmetz ausgebildete Künstler zählt heute zu den profilierten Positionen der zeitgenössischen Malerei. Trotz zunehmender Abstraktion, intensiver Farbigkeit und Dynamik lassen seine Arbeiten in Ansätzen noch Einflüsse der Leipziger Schule erkennen.
In „febris“ überträgt Schmidt aktuelle Krisen – von Klimawandel über geopolitische Konflikte bis hin zu kollektiven Angstzuständen – in eine eindringliche Bildsprache. Der Titel (lateinisch für „Fieber“) steht für einen Zustand innerer Glut und gesteigerter Wahrnehmung. In seinen Gemälden geraten natürliche Ordnungen aus dem Gleichgewicht: Landschaften verändern sich, Elemente verschieben sich, Katastrophen werden zur visuellen Realität.

Kuratorin Titze-Winter beschreibt Schmidts Arbeiten als bewusst irritierend – Gewissheiten geraten ins Wanken. So zeigt etwa EPIMETHEUS II eine symbolisch dichte Szene: Ein Ruderer bewegt sich über ein aufgewühltes Meer auf überdimensionale, kristalline Blüten zu, in denen ein gefesselter Körper verborgen liegt, während ein Raubvogel darüber kreist. Mythologische Anspielungen verbinden sich hier mit aktuellen gesellschaftlichen Spannungen.
Charakteristisch für Schmidts Malerei ist ein collageartiges Verfahren: Motive wie Naturgewalten, Tiere, Alltagsgegenstände und Figuren werden kombiniert, überlagert oder durch Brüche voneinander getrennt. So entstehen surreale Bildräume, die den Blick des Betrachters ständig neu fordern. Auch Werke wie POLSTER III zeigen zerstörte, unwirkliche Szenerien mit Feuer, verbrannten Bäumen und fragmentierten Körpern.
Der Ausstellungstitel verweist zugleich auf Transformation: Serien wie LUMEN, in denen Blüten von kalten Flammen verzehrt werden, kreisen um Fragen von Erkenntnis, Licht und Veränderung. Insgesamt entfaltet sich eine dichte, expressive Bildwelt, die Gegenwart, Mythos und innere Zustände miteinander verschränkt.
Die Ausstellung ist noch bis zum 30. August 2026 bei freiem Eintritt zu sehen.
Ausstellungsort:
SV Atrium-Galerie
Bahnhofstraße 69
65185 Wiesbaden
