WerkRaum Wiesbaden eröffnet als World Design Capital-Projekt am 2. Mai 2026 in der Sportarena

Das ehemalige Kaufhaus „Sportarena“ © Foto: Diether v. Goddenthow

Am 2. Mai 2026 öffnet der WerkRaum Wiesbaden seine Türen. In einem ehemaligen Kaufhaus in der Wiesbadener Innenstadt entsteht damit ein temporärer Ort für Austausch, Ideen und gesellschaftliches Engagement. Bis zum 31. Oktober 2026 dient der WerkRaum als offenes Forum im Rahmen der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026.

Vom Leerstand zum Begegnungsort

sam-Direktorin Sabine Philipp und Konzeptplanerin Sandra Düsterhus, von Point-Architektur Darmstadt präsentieren das Programm-Konzept  © Foto: Diether v. Goddenthow

Beim Presserundgang stellten Sabine Philipp, Leiterin des sam – Stadtmuseum am Markt, Sandra Düsterhus, Darmstädter Architektin, WerkRaum-Leiterin Laura Domes sowie Studierende der Hochschule RheinMain und Projektpartner den WerkRaum vor.
Die Idee für den WerkRaum entstand nach dem Eigentümerwechsel des ehemaligen Kaufhauses – der früheren Sportarena – zum Jahreswechsel 2024/25. „Diese Vielfalt und das bürgerschaftliche Engagement brauchen einen Raum“, so Philipp. Ziel sei es gewesen, einen niedrigschwelligen Ort mitten in der Stadt zu schaffen, der für alle zugänglich ist. Eigentümerin ist die StadtentwicklungsGesellschaft SEG.

Nachhaltige Gestaltung und neue Nutzungskonzepte
Einen wichtigen konzeptionellen Impuls lieferte Architektin Düsterhaus mit ihrem „Re-Frame“-Ansatz, der auf Wiederverwendung, Ressourcenschonung und nachhaltige Gestaltung setzt. Auf dieser Grundlage wurde das Erdgeschoss des Gebäudes zu einem flexibel nutzbaren Projektraum umgebaut.
Mehr als 50 Partnerinnen und Partner sind inzwischen beteiligt, über 30 Projekte werden im Laufe der sechs Monate im Wechsel präsentiert. Ergänzt wird das Programm durch thematische Schwerpunkte, Veranstaltungen und Diskussionsformate.
Zu den festen Bestandteilen zählen ein Informationsbereich zur World Design Capital sowie die Ausstellung „KONSUM und ICH – Vom Warenhaus zur Shopping-App“, die sich kritisch mit Konsumverhalten und gesellschaftlicher Teilhabe auseinandersetzt.
Auch das sam – Stadtmuseum am Markt ist im WerkRaum präsent. Mit dem Format „Gläsernes Museum“ öffnen die Mitarbeitenden ihre Arbeit für das Publikum: Restauratorinnen, Archäologen und Kuratorinnen geben Einblicke in ihre Praxis und laden zum Gespräch ein.
Das Projekt fällt zugleich in ein Jubiläumsjahr: Das Stadtmuseum feiert 2026 sein zehnjähriges Bestehen. Der WerkRaum wird dabei auch als Experimentierfeld verstanden, um neue Formen der Museumsarbeit im Stadtraum zu erproben.

Kooperation und Förderung

Miteinander ins Gespräch kommen, sich vernetzten. © Foto: Diether v. Goddenthow

Der WerkRaum entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Kulturamt Wiesbaden sowie zahlreichen Partnern aus Stadtgesellschaft, Kultur und Bildung. Ein zentraler Partner ist die Hochschule RheinMain, deren Studierende Entwürfe für die Nutzung des Gebäudes entwickelt haben. Begleitet wurde das Projekt unter anderem von Professor Jörg Waldschütz.
Gefördert wird das Vorhaben überwiegend durch Drittmittel, insbesondere durch das Land Hessen.

Eröffnung am 2. Mai mit vielfältigem Programm zum Auftakt
Zur Auftaktphase im Mai steht das Thema „Gemeinschaft“ im Mittelpunkt. Im Fokus stehen Projekte und Initiativen, die zeigen, wie Zusammenhalt in der Stadt entstehen kann – von Sportvereinen über urbane Gärten bis hin zu kulturellen Formaten.

Eröffnet wird der WerkRaum Wiesbaden übermorgen, am 2. Mai wird von 11 bis 22 Uhr. Neben Präsentationen, Workshops und Mitmachangeboten stehen Musik, Performances und Begegnung den ganzen Tag im Mittelpunkt. Siehe hier das Eröffnungs-Programm!

Ab 18.00 Uhr folgt die offizielle Eröffnungsfeier mit Grußworten, künstlerischen Beiträgen und Raum für Austausch. Unter anderem sind ein Pop-Jazzchor sowie ein Projekt des Hessischen Staatsballetts beteiligt. Da die Plätze begrenzt sind, ist für die Abendveranstaltung eine Anmeldung unter info@stadtmuseum-wiesbaden.de erforderlich.

Sozusagen als Empfang erwartet die Besucher ein Medientisch, den der Medienstudent Mischaal Al-Khaalidi gemeinsam mit Professor Waldschütz und seinen Kommilitonen entwickelt hat. Dabei handelt es sich um eine interaktive Orientierungshilfe, die durch die Angebote des WerkRaum Wiesbaden sowie durch besondere Projekte in Wiesbaden im Rahmen des World-Capital-Design-Konzeptes führt. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Projekte im Werkraum
Wechselnde Themen und Projekte: Monatlich wechseln Projekte und Angebote, siehe unter Mai-Programm.

Anker-Projekte: Diese „permanenten Projekte“  sind sechs Monate lang fest im WerkRaum Wiesbaden als Permanent-Projekte verankert.  Hierzu zählen beispielsweise das „Museum für Konsumkultur“, das „Universum der Vereine“,  das „Gläserne Museum“, das „Gläserne Klassenzimmer“, der „Info-Point World-Design-Capital WDC“ und viele mehr.

Beispiel: „Museum für Konsumkultur mit der Pop-up-Ausstellung „KONSUM und ICH – Vom Warenhaus zur Shopping-App“ Hinterfragt wird, was Konsum mit

Museum für Konsumkultur im WerkRaum Wiesbaden – Projektpartnerin und Zukunftsforscherin Janine Seitz wird in den kommenden sechs Monaten interessante Projekte anbieten. © Foto: Diether v. Goddenthow

uns – und mit unserer Demokratie – zu tun hat: von den Anfängen der Warenhäuser bis zu aktuellen Fragen rund um Online-Shopping, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Teilhabe, so Projektpartnerin und Zukunftsforscherin Janine Seitz. Diese Projekt, welches sich als Geschichtsmuseum und Zukunftslabor zugleich versteht, verbindet historische Perspektiven mit aktuellen und zukünftigen Fragestellungen rund um Konsum, Gesellschaft und Stadtentwicklung. Beispielsweise, so Seitz, gab es schon vor über 100 Jahren einen Lieferservice großer Warenhäuser, er sei keine Erfindung von heute.

Gleichzeitig wird Konsum als Teil gesellschaftlichen Wandels verstanden: Vom früheren sozialen Einkaufserlebnis hin zur zunehmend individuellen, digitalen Praxis ergeben sich neue Fragen zur Zukunft der Innenstädte und zur Rolle des stationären Handels. Das Projekt versteht sich dabei zugleich als Geschichtsmuseum und Zukunftslabor – es blickt zurück und lädt Besucherinnen und Besucher ein, mitzudenken, mitzugestalten und gemeinsam Zukunftsvisionen für den Konsum zu entwickeln.
Die Ausstellung spannt einen Bogen von der Geschichte der Warenhäuser über problematische Kapitel wie Enteignungen im Nationalsozialismus bis hin zu aktuellen und zukünftigen Perspektiven des Konsums.
Vormerken: 27. Mai 2026, 17.30 Uhr – Wo Wiesbaden einmal kaufte – und was davon blieb! Mit Janine Seitz 60 Minuten auf den Spuren ehemaliger Wiesbadener Konsum-Tempel: Bormass, Blumenthal, Horten, Hertie: Sie waren einst das pulsierende Herz der Wiesbadener Warenhaus-Welt.

 

Beispiel: Universum der Vereine

WerkRaum-Leiterin Laura Domes im Universum der Vereine. Nur wenige Wiesbadener wissen, dass es um die 4000 Vereine in der Landeshauptstadt gibt. © Foto: Diether v. Goddenthow

Das Universum der Vereine ist ein zentrales Projekt im WerkRaum Wiesbaden. Ausgangspunkt ist die beeindruckende Zahl von nahezu 4.000 Vereinen in Wiesbaden, so Laura Domes, WerkRaum-Leiterin. Diese Vielfalt des Vereinslebens in Wiesbaden, die den meisten Wiesbadenern kaum bewusst ist, bildet die Grundlage für ein lebendiges, kommunikatives Format, das Menschen aller Altersgruppen anspricht und Vereine als Orte gelebter Gemeinschaft sichtbar macht.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Gemeinschaft entsteht und wie Zusammenhalt aktiv gestaltet werden kann. Das Projekt lädt dazu ein, ins Gespräch zu kommen, Einblicke in die Vereinsarbeit zu gewinnen und direkt mit Mitgliedern in Kontakt zu treten.
Ergänzt wird dies durch ein vielseitiges Programm aus Gesprächen, Vorträgen und künstlerischen Beiträgen. So entsteht ein offener Raum der Begegnung, in dem Gemeinschaft nicht nur thematisiert, sondern unmittelbar erlebbar wird.
Ein Highlight ist die hier vom 2. bis 31. Mai 2026 gezeigte Ausstellung des SV Wehen Wiesbaden anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Vereins. Hier kann die Geschichte des SV Wehen Wiesbaden von 1926 bis in die Gegenwart nachvollzogen werden. Zudem verbindet die Ausstellung Vereinsgeschichte mit Fragen nachhaltiger Entwicklung und macht zugleich die regionale Verbundenheit von SV Wehen Wiesbaden und BRITA sichtbar, so Domes.

 

Beispiel: Gläsernes Museum
Das Stadtmuseum Wiesbaden wird als „Gläsernes Museum“ im WerkRaum direkt am Schaufenster präsent sein. Dabei handelt es sich, so Sabine Philipp, um ein offenes, dialogorientiertes Format, bei dem das sam – Stadtmuseum am Markt im WerkRaum Wiesbaden seine Arbeit für die Öffentlichkeit transparent macht. Die Direktorin sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben Einblicke in ihre tägliche Arbeit mit und am Objekt, präsentieren ausgewählte Exponate und stehen für Gespräche zur Verfügung. Dadurch wird der WerkRaum zu einem lebendigen Ort des Austauschs über Stadtgeschichte, Sammlung und Museumsarbeit.
Im Rahmen verschiedener Termine und Themen können Besucherinnen und Besucher unterschiedliche Berufsfelder im Museum näher kennenlernen. So wird am 4. und 11. Mai jeweils von 16 bis 18 Uhr die Frage „Was macht eigentlich … eine Museumsdirektorin?“ beantwortet. Am 8. Mai von 14 bis 17 Uhr steht die Tätigkeit eines Restaurators im Mittelpunkt. Weitere Einblicke bietet das Thema „Was macht eigentlich … ein Archäologe im Museum?“ am 13. und 27. Mai, jeweils von 14 bis 17 Uhr.

 

Hinter dieser Schaufensterscheibe werden sich das „Gläserne Museum“ und das „Gläserne Klassenzimmer“ befinden. © Foto: Diether v. Goddenthow

Projekt: Gläsernes Klassenzimmer
Das „Gläserne Klassenzimmer“ der Hochschule RheinMain (HSRM) ist ein Projekt im WerkRaum Wiesbaden, das im Sommersemester 2026 universitäre Lehre öffentlich sichtbar macht. Direkt neben dem Gläsernen Museum werden Seminare der Hochschule vor den Augen der Stadtgesellschaft durchgeführt und machen so wissenschaftliche Arbeit unmittelbar erlebbar. Der WerkRaum wird damit zu einer zentralen Plattform für Austausch und Vernetzung zwischen Hochschule und Stadt.
Die Seminare finden vom 4. Mai bis zum 17. Juli jeweils dienstags und donnerstags statt. Dienstags steht unter der Leitung von Professor Jörg Waldschütz die „Multichannel-Kampagne für FUNK“ im Fokus. Donnerstags widmen sich Professor Dr. Dr. Alexander Moutchnik und Professor Jörg Waldschütz dem Thema „Politische Plakate – The power of graphics“.
Das Projekt wird in Kooperation mit dem WerkRaum Wiesbaden, der Hochschule RheinMain, FUNK – dem Content-Netzwerk von ARD und ZDF, der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, dem Ministerium für politische Bildung, dem Museum Wiesbaden sowie dem Stadtarchiv Wiesbaden realisiert.

Am besten selbst vorbeikommen zur Eröffnung am 2. Mai 2026 von 11 – 22 Uhr Neben Präsentationen, Workshops und Mitmachangeboten stehen Musik, Performances und Begegnung den ganzen Tag im Mittelpunkt. Siehe hier das Eröffnungs-Programm!

WerkRaum Wiesbaden
Langgasse 5–9
65183 Wiesbaden
Öffnungszeiten:
werktags 11 bis 19 Uhr
donnerstags 11 bis 20 Uhr
sonntags nach Absprache