
Am 13. Januar 2026 eröffnete der Präsident des Landtags Rheinland-Pfalz, Hendrik Hering, im Landtag die Ausstellung „Nichts war vergeblich. Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“. Die Ausstellung widme sich einem lange unterschätzten Kapitel der deutschen Geschichte: dem mutigen und vielfältigen Widerstand von Frauen gegen das nationalsozialistische Regime, so Hering. Ziel der Ausstellung sei es, diese Frauen sichtbar zu machen, ihre individuellen Lebenswege nachzuzeichnen und ihre Bedeutung für den Widerstand gegen Diktatur und Unrecht hervorzuheben, erläuterte der Landtagspräsident.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Frauen aus unterschiedlichen sozialen, politischen und religiösen Hintergründen. Gezeigt werde, so Thomas Altmeyer in seiner Einführung, „dass Widerstand nicht nur in spektakulären Aktionen bestand, sondern auch im Alltag stattfand: durch das Verbreiten verbotener Schriften, das Verstecken Verfolgter, das Sammeln von Informationen, die Unterstützung von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern oder den Mut, sich offen gegen das Regime zu stellen. Viele der porträtierten Frauen handelten aus persönlicher Überzeugung, oft ohne zu wissen, ob ihr Einsatz jemals anerkannt werden würde.“

Die Ausstellung ist thematisch gegliedert und stellt sowohl bekannte als auch weniger bekannte Widerstandskämpferinnen vor. Biografische Texte, Fotografien, Briefe, Tagebucheinträge und Originaldokumente ermöglichen einen eindrucksvollen Einblick in die Lebensrealitäten dieser Frauen. Besonders bewegend sind persönliche Zeugnisse, die Angst, Hoffnung und Entschlossenheit der Widerstandskämpferinnen deutlich machen. Sie zeigen, welche hohen persönlichen Risiken die Frauen auf sich nahmen – Verhaftung, Folter, Haft oder sogar den Tod.
Ein zentrales Anliegen der Ausstellung sei es, mit dem traditionellen Bild des Widerstands zu brechen, das lange Zeit vor allem männlich geprägt gewesen sei, erklärte Altmeyer. Deutlich werde, dass Frauen eine tragende Rolle spielten, auch wenn ihr Engagement nach 1945 häufig übersehen oder marginalisiert worden sei. Die Ausstellung mache klar, dass Widerstand viele Gesichter hatte und dass gerade Frauen durch ihre vermeintlich „unauffälligen“ Rollen oft entscheidend zum Fortbestehen von Widerstandsnetzwerken beitrugen.
Gestalterisch ist die Ausstellung übersichtlich und zugleich eindringlich aufgebaut. Die Kombination aus Texten, Bildern und biografischen Porträts ermöglicht sowohl eine vertiefte Auseinandersetzung als auch einen emotionalen Zugang zum Thema. Besucherinnen und Besucher werden nicht nur informiert, sondern auch zum Nachdenken angeregt – über Zivilcourage, Verantwortung und die Frage, was Widerstand heute bedeuten kann.
