Altes Heilwissen neu entdecken mit „FLORA. Wenn aus Wurzeln Wunder wachsen“ im Naturhistorischen Museum Mainz

Die multimediale Ausstellung „Flora – Wenn aus Wurzeln Wunder wachsen“, vom 8. Mai bis 23. August 2026, im Naturhistorischen Museum Mainz, eröffnet einen vielschichtigen Blick auf das Verhältnis von Mensch und Pflanze – historisch, wissenschaftlich, künstlerisch und sinnlich erfahrbar. Mittelalterliches Heilwissen, botanische Forschung und zeitgenössische Medien treten dabei in einen lebendigen Dialog. Ausgangspunkt ist das frühe deutschsprachige Medizin- und Kräuterbuch „Gart der Gesundheit“ von 1485 – © Foto: Diether v. Goddenthow

Gestern Abend fand im Naturhistorischen Museum Mainz gemeinsam mit dem Gutenberg-Museum und der Hochschule Mainz die feierliche Eröffnung der Gemeinschaftsausstellung „FLORA – Wenn aus Wurzeln Wunder wachsen“ statt. Inszeniert wurde die Ausstellung von Studierenden der Hochschule Mainz. Sie entstand in einer interdisziplinären Kooperation mit dem Gutenberg-Museum und dem Naturhistorischen Museum (nhm), die sich derzeit ein Museumsgebäude teilen und erstmals gemeinsam ausstellen.

Im Pavillon „Floraforge“ können Besucher einmal Herrgott spielen und interaktiv selbst digitale Pflanzenwelten erstellen, davor stimmen zwei zu Pflanzen mutierte Studentinnen mit ihrer floralen Performance auf die Ausstellung „Flora“ ein. © Foto: Diether v. Goddenthow

Im Zentrum stehen mittelalterliches Wissen über Heilpflanzen und die großen Fragen unserer Zeit. Die Ausstellung verbindet frühe Buchdruckgeschichte mit aktuellen Debatten über Klima und Biodiversität und zeigt dazu interaktive, künstlerische und sinnliche Zugänge: Ob Gesundheitstipps aus der Vergangenheit – inklusive Realitätscheck – oder Wiesengeräusche: Die Ausstellung widmet sich auf faszinierende Weise dem Verhältnis von Mensch, Gesundheit und Natur.
Welche Rolle spielt jahrhundertealtes Wissen über Heilpflanzen in unserer modernen Welt – etwa für Medizin, Gesellschaft und Umwelt? Die aktuelle Ausstellung „FLORA – Wenn aus Wurzeln Wunder wachsen“ nähert sich dieser komplexen Frage auf interaktive, künstlerische und sinnliche Weise.

Im Flora-Gewächshaus lauschen Besucher den zu „Herbfluencer*Innen“ avancierten großen Pflanzenheilkundigen Hildegard von Bingen, Grete Flach. Maria Treben Dr. Veronica Carstens. © Foto: Diether v. Goddenthow

Inszeniert wurde die Ausstellung von Studierenden der Hochschule Mainz. Sie entstand in einer interdisziplinären Kooperation der Hochschule Mainz mit dem Gutenberg-Museum und dem Naturhistorischen Museum, die derzeit gemeinsam ein Gebäude in der Reichklarastraße nutzen und erstmals zusammen ausstellen. Zu sehen ist die Ausstellung vom 8. Mai bis zum 23. August 2026.
„Mit FLORA wird das große Potenzial der Zusammenarbeit zwischen unseren kulturellen Institutionen und der Hochschule Mainz eindrucksvoll sichtbar. Die Ausstellung verknüpft Wissenschaft, Vermittlung und Gestaltung auf überzeugende Weise und zeigt, wie gewinnbringend sich das historische Erbe unserer Stadt mit aktuellen wissenschaftlichen Perspektiven verbinden lässt. Zugleich setzt sie ein starkes Zeichen für den Kulturstandort Mainz“, sagt Ludwig Holle, Dezernent für Bauen, Denkmalpflege und historisches Erbe der Landeshauptstadt Mainz.

Ausstellungs-Impression Flora. © Foto: Diether v. Goddenthow

Ausgangspunkt ist eines der bedeutendsten Werke der frühen Buchdruckgeschichte: der „Gart der Gesundheit“, 1485 in Mainz gedruckt von Peter Schöffer, einem ehemaligen Mitarbeiter Johannes Gutenbergs. „Als frühes deutschsprachiges Gesundheitsbuch machte es das Wissen über Heilpflanzen einem breiteren Publikum zugänglich. Die Ausstellung führt diesen Gedanken mit zeitgemäßen Mitteln weiter und spannt einen faszinierenden Bogen in die Gegenwart“, ergänzt Dr. Ulf Sölter, Direktor des Gutenberg-Museums.
In den Ausstellungsräumen treffen historische Exponate auf künstlerische, digitale und multimediale Formate – ob musikalische Annäherungen an Kräuter oder Gesundheitstipps aus der Vergangenheit, inklusive Realitätscheck. Interaktive Installationen, sinnliche Erfahrungsräume und innovative Wissensmedien eröffnen unterschiedliche Zugänge zum komplexen Verhältnis von Mensch und Natur.

Ausstellungs-Impression Flora. © Foto: Diether v. Goddenthow

„Die Ausstellung macht sichtbar, wie eng Natur, Wissenschaft und gesellschaftliche Entwicklungen miteinander verknüpft sind. Gerade mit Blick auf Klimawandel und Artenvielfalt wird deutlich, wie aktuell das Thema Pflanzen heute ist“, betont Dr. Bernd Herkner, Direktor des Naturhistorischen Museums.

Thematisch reicht das Spektrum von Analysen historischer Kräuterbücher über die Rolle der Frau in der Naturforschung und aktuelle Erkenntnisse zur medizinischen Nutzung von Pflanzen bis hin zu drängenden ökologischen Fragen wie Klimawandel und schwindender Artenvielfalt.

 

Beispiel einer selbst erstellten digitalen Pflanzenwelt im Pavillion „Floraforge“ © Foto: Diether v. Goddenthow

Bereits vor dem Betreten der Ausstellung werden Besucher durch virtuell angereicherte Kräuterbeete auf die vielfältigen Fragestellungen eingestimmt. „Unsere Studierenden haben gezeigt, wie sich wissenschaftliche Inhalte kreativ und verständlich mit neuen digitalen Techniken vermitteln lassen. FLORA steht auch für eine neue Form des Lernens, die Gestaltung, Forschung und gesellschaftliche Verantwortung am Medienstandort Mainz miteinander verbindet“, so Anja Stöffler, Professorin für Digitale Gestaltung der Hochschule Mainz und Projektleiterin.

Das innovative Projekt steht auf einem breiten Fundament: Neben den drei Hauptpartnern bringen unter anderem der Botanische Garten Mainz, die Technische Hochschule Bingen sowie die Akademie Gesundes Leben in Oberursel ihre Expertise ein. So entsteht ein vielschichtiges Gesamtbild davon, welche Bedeutung Pflanzen für den Menschen haben – und umgekehrt.

 

Haupteingang zum Naturhistorischen Museum sowie zum Interim-Standort des Gutenberg Museum. © Foto: Diether v. Goddenthow

Begleitend zur Ausstellung wird ein umfangreiches Programm mit Workshops, Führungen und Vorträgen angeboten, das die Themen vertieft und zusätzliche Perspektiven eröffnet.

Alle weiteren Informationen, insbesondere zum umfrangreichen Begleitprogramm über:

Flora-Website