
Am Sonntag, den 11. Januar 2026, öffnete nach einer gründlichen Sanierung und Erweiterung das Team um Felicitas Reusch die Tore der neuen Kunstarche Wiesbaden e. V., Im Rad 42. Eröffnet wurde der neue Ort mit einem Neujahrsempfang und einer eindrucksvollen Ausstellung des Wiesbadener Künstlers Bernd Brach. Die Ausstellung ist seinem Lebenswerk gewidmet und läuft bis zum 6. März 2026.
In der Retrospektive zeigt Brach zentrale Arbeiten aus den Jahren 1972 bis 2023. Nach einem Grußwort von Stadtrat und Sozialdezernent Dr. Hendrik Schmehl, der auf wichtige Meilensteine in der Werkentwicklung des Künstlers einging und zugleich die Neugestaltung der Kunstarche besonders würdigte, führte Bernd Brach selbst in die von ihm kuratierte Ausstellung ein. Dabei stellte er auch sein neues, 400-seitiges Werkverzeichnis „Album“ vor, das im Eigenverlag in einer Auflage von 150 Exemplaren erschienen ist.

Das Werkverzeichnis ermöglicht es, Brachs künstlerischen Werdegang nachzuvollziehen, den er auch als roten Faden seiner Einführung wählte. Sein Schaffen gliedert sich in unterschiedliche Phasen: von Schwarz-Weiß zur Farbe, von kleinen zu großen Formaten, von abstrakt zu figürlich, vom konventionellen rechteckigen Gemälde zu freien Formen, von der Zeichnung über Installation und Collage bis hin zur Skulptur in unterschiedlichen Materialien, insbesondere Wachs. Immer wieder ließ sich der Künstler von aktuellen Ereignissen und persönlichen Themen inspirieren; selbst Performances hätten ihn mitunter zu neuen Motiven angeregt.

Im Anschluss bedankte sich Felicitas Reusch bei Stadtrat Dr. Schmehl, bei Peter Quadflieg, dem Leiter des Stadtarchivs, bei den Mitgliedern des Ortsbeirates, der Kunstarchive sowie bei allen, die die Sanierung der Räume ermöglicht haben – insbesondere bei Walter Büttner und Leonie Spies vom Architekturbüro Schoen. Leonie Spies, die den Umbau betreute, habe selbst in der turbulenten Bauphase stets eine gelassene Heiterkeit bewahrt, wofür sich die Kunstarche mit einem Blumenstrauß bedanken wolle.
Reusch ließ zudem die Baugeschichte kurz Revue passieren. So habe man die monatliche Unterstützung des Kulturamtes in Höhe von 1.733 Euro angespart und zusätzlich Mitglieder um Spenden gebeten. Erst dadurch sei der längst überfällige Umbau mit der Erweiterung der Archivräume, dem Einbau einer zeitgemäßen Klimaanlage, professioneller Beleuchtung und weiterer infrastruktureller Verbesserungen möglich geworden. Die abschließende Abrechnung sowie noch offene Rechnungen würden auf der nächsten Mitgliederversammlung vorgestellt.

Musikalisch begleitet wurde die Vernissage von der Wiesbadener Krautrockband XHOL mit Hansi Fischer (Sopransaxophon, Querflöte), Markus Kieslich (Keyboard) und Gilbert van Wyck (Schlagzeug), die mit einem exzellenten, jazzigen Sound für eine besondere Atmosphäre sorgten.
(Diether von Goddenthow – RheinMainKultur.de)
Alle weitere Information: Kunstarche Wiesbaden e.V.
