„Wolle. Seide. Widerstand.“ Politisch intendierte Künstler-Teppiche – ab 7.2.2026 im Museum Angewandte Kunst Frankfurt

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Mit der Ausstellung Wolle. Seide. Widerstand. widmet sich das Museum Angewandte Kunst nach 45 Jahren ab dem 7.2.2026 erstmals wieder ausschließlich dem Thema Teppich – und das in einer Zeit, in der sich das große Interesse an handgefertigten Textilien verschiedenster Art zugleich in einer auffallenden Vielzahl internationaler Ausstellungen zeigt.

Die Ausstellung versammelt Teppiche internationaler zeitgenössischer Künstler, die sich mit politischem Widerstand, individueller und kollektiver Resilienz sowie mit Formen der Resistenz beschäftigen. Ihr Widerstand richtet sich gegen als illegitim empfundene Herrschaftsstrukturen und Machtpraktiken ebenso wie gegen Traditionalismus, Diskriminierung, Rassismus, Traumata oder Umweltzerstörung. Die Werke der Künstler fungieren damit als prägnante und bildstarke Medien gesellschaftspolitischer Kommentare. Mit vergleichbarer Radikalität überschreiten sie teilweise die Grenzen der Zweidimensionalität: Sie erforschen räumliche Möglichkeiten und entfalten sich als textile Skulpturen sowie als immersive Erfahrungsräume, die durch ihre affektive Qualität aktiv an gegenwärtigen Lebenswirklichkeiten teilhaben.

Die Ausstellung verfolgt das Ziel, Teppiche nicht vorrangig aus einer stilgeschichtlichen Perspektive zu betrachten, sondern sie entlang einer Entwicklungslinie zu präsentieren, die bewusst außerhalb der traditionellen westlichen Teppichforschung angesiedelt ist. Bereits der Titel verweist auf neue Fragestellungen: Kann Widerständigkeit in und durch textile Materialien stattfinden? Und wenn ja, auf welche Weise verkörpern gerade Teppiche eine „Ästhetik textilen Widerstands“? Im Mittelpunkt stehen daher die Perspektiven jener internationalen Künstler, die mit jüngsten Werken aus dem ersten Viertel des 21. Jahrhunderts vertreten sind und den Teppich – der sich zu einem offenen Kunstobjekt entwickelt hat – mit unterschiedlichen Dimensionen von Widerstand verbinden. Zugleich stellt sich die Frage, was dieses Medium für Künstler besonders geeignet macht, um über Widerstand nachzudenken und dabei verflochtene Themen über Knoten, Kette und Schuss oder mithilfe der Tuftpistole auszuloten.

In der Ausstellung werden ausgewählte Werke folgender Künstler gezeigt:

Ausschnitt aus: Otobong Nkanga, „Unearthed – Twilight“, 2021, Installationsansicht 2. Obergeschoss Kunsthaus Bregenz, 2021, Trevira, Sidero, Polyester, Multifilament, Outdoor Polypropylen, Techno, Elirex, Mohair, Merinowolle, Superwash, Leinen, Monofilament, Econyl, Fulgaren, Viskose, 350×600 cm, Foto: Markus Tretter © Otobong Nkanga, Kunsthaus Bregenz, Courtesy of the artist

Faig Ahmed, Diedrick Brackens, Johannah Herr, Jan Kath, Baseera Khan, Alexandra Kehayoglou, William Kentridge, Noelle Mason, Otobong Nkanga, Tobias Rehberger, Erin M. Riley, Tsherin Sherpa, Rose Stach, Nasan Tur und Jeroen van den Bogaert.

Kuratorin: Dr. Katharina Weiler