„Vogelperspektiven – Die Vögel und wir“ im Sinclair-Haus Bad Homburg ab 22.März 2026

© Sinclar-Haus Robin Meier Wiratunga

„Alle Vögel sind schon da“ – und mit ihnen beginnt eine Zeit des Aufbruchs, des Hörens und des neuen Hinsehens. Vom 22. März bis 9. August 2026 lädt das Museum Sinclair-Haus Bad Homburg dazu ein, unsere gefiederten Nachbarn aus ungewohnten Blickwinkeln der Kunst zu entdecken mit der Ausstellung „Vogelperspektiven – Die Vögel und wir“. Es geht im Kern um eine Annäherung zur vielschichtigen Beziehung zwischen Menschen und Vögeln.

Vögel gehören zu den wenigen Wildtieren, die Menschen täglich begegnen – in Städten ebenso wie in ländlichen Räumen. Sie inspirieren seit Jahrhunderten Kunst, Musik und Wissenschaft, während ihre Lebensbedingungen zugleich sichtbar machen, wie stark sich unsere Umwelt verändert. Die Ausstellung versteht Vögel daher nicht nur als beobachtete Motive, sondern als Mitgestalter gemeinsamer Lebensräume und als Gegenüber, die Empathie, Verantwortung und Wahrnehmung herausfordern.

Mit Arbeiten von Xavi Bou, Björn Braun, Christoph Brech, CMUK, Marcus Coates, Dominik Eulberg, Matthias Garff, Ulrike Franke & Michael Loeken, Andreas Greiner, Selbi Jumayeva / Alisa Verbina / Olha Vinichenko, Sanna Kannisto, Karin Kneffel, Volker Kreidler, Robin Meier Wiratunga, Anna Yeliz Schentke, Vroni Schwegler und Ina Weber entfaltet sich ein vielstimmiger Parcours aus Skulptur, Film, Fotografie, Malerei, Klangkunst und Musik.

Die Ausstellung folgt Fluglinien, Stimmen und Schwarmbewegungen und gliedert sich in thematische Kapitel, die Nähe und Distanz zwischen Mensch und Vogel untersuchen. In der Videoarbeit Video Conference for the Birds (2023) von Marcus Coates schlüpfen Expertinnen und Experten in die Rolle von Vögeln und diskutieren aus deren Perspektive über Revierkämpfe, Lebensraumverlust und Klimakrise – humorvoll, berührend und zugleich nachdenklich.

Mit der monumentalen Skulptur Goldammer (2019) von Matthias Garff begegnen Besucherinnen und Besucher einem Vogel buchstäblich auf Augenhöhe. Aus recycelten Materialien gefertigt, verweist sie auf den Rückgang einst häufiger Arten in intensiv genutzten Agrarlandschaften. Ergänzt werden seine Arbeiten durch Klangspuren des Biologen und Musikers Dominik Eulberg, die wissenschaftliche Beobachtung und sinnliche Erfahrung verbinden.

Globale Zusammenhänge beleuchtet die Arbeit Steppe Synanthropies (2024) von Selbi Jumayeva, Alisa Verbina und Olha Vinichenko, die Migration, Landschaft und fragile ökologische Beziehungen anhand des bedrohten Steppenkiebitzes miteinander verknüpft. Andere künstlerische Positionen richten den Blick auf unmittelbare Nachbarn des Menschen: Werke von Vroni Schwegler und Anna Yeliz Schentke widmen sich der Stadttaube als Symbol widersprüchlicher menschlicher Fürsorge und Ablehnung im urbanen Raum.

Auch die Faszination des Vogelgesangs wird erfahrbar: Fotografische und akustische Arbeiten zur Nachtigall verbinden wissenschaftliche Erkenntnisse mit künstlerischer Annäherung und zeigen, wie genaues Zuhören unsere Wahrnehmung verändert. Den Abschluss bildet Robin Meier Wiratungas Arbeit B5’s Dream (2025), die sich poetisch mit der Frage beschäftigt, ob und wie Vögel träumen – und was Forschung und Technologie über Bewusstsein zwischen den Spezies offenbaren können.

„Vogelperspektiven – Die Vögel und wir“ zeigt: Beobachten ist keine neutrale Handlung, sondern eine Beziehung. Die Ausstellung verschiebt vertraute Bilder, eröffnet neue Denk- und Wahrnehmungsräume und lädt dazu ein, die gefiederten Nachbarn mit Aufmerksamkeit, Neugier und vielleicht neuer Verantwortung zu betrachten.

Das Museum Sinclair-Haus freut sich, Besucherinnen und Besucher zu dieser Ausstellung einzuladen und einen Raum für Begegnung, Reflexion und Perspektivwechsel zu eröffnen.

© Foto Diether v. Goddenthow

Museum Sinclair-Haus, Bad Homburg
Löwengasse 15, Eingang Dorotheenstraße

61348 Bad Homburg