Römer in Rheinhessen – 60 Sonderveranstaltungen im rheinhessischen Themenjahr 2026 – von Ausstellung bis Weinverkostung

Eröffnung des rheinhessischen Themenjahrs 2026 „Römer in Rheinhessen“ mit Innenminister Michael Ebling, Projektleiterin Valerie Reiter, Regionales Kulturmanagerin Rheinhessen, Ludwig Holle, für die Mainzer Denkmalpflege zuständiger designiert Baudezernent, Heiko Sippel, Landrat Landkreis Alzey, Kulturstaatssekretär Prof. Dr. Jürgen Hardeck,  Tamina Müller Referatsleiterin für Soziokultur,  Dr. Birgit Heide Direktorin des Landesmuseum Mainz, und die Partner und Partnerinnen des Themenjahres. © Foto Diether v. Goddenthow

Gestern Abend eröffneten der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling, Kulturstaatssekretär Prof. Dr. Jürgen Hardeck sowie Ludwig Holle, designierter Mainzer Baudezernent und zuständig für das historische Erbe, in der Steinhalle des Landesmuseums Mainz während einer Feierstunde mit Musik, Theatervorführung und Führungen zu antiken Grabdenkmälern in der Steinhalle das rheinhessische Themenjahr „Römer in Rheinhessen“ 2026. Vor den Repräsentanten der beteiligten 60 Institutionen, Kulturerbestätten und Museen unterstrich Ebling, dass er als Rheinhesse und Mainzer stolz sei, dass „das Themenjahr ‚Römer in Rheinhessen‘ 2026 die einzigartige römische Geschichte unserer Region in den Mittelpunkt stellt. Von Mogontiacum, der einstigen Provinzhauptstadt und militärischen Schaltzentrale des Römischen Reiches, spannt sich der Bogen über Bingium (Bingen), Vicus Altiaia (Alzey) und Borbetomagus (Worms) bis in die weite Kulturlandschaft, die schon damals von Landwirtschaft und Weinbau geprägt war.“ Das Land Rheinland-Pfalz unterstütze die Erforschung und Vermittlung dieses reichen Erbes nachhaltig.

Die Römer haben in Rheinhessen nicht nur Spuren hinterlassen – sie haben die Region geprägt und ihre Kultur bis heute spürbar gemacht. Das Römerjahr „Römer in Rheinhessen“ lädt 2026 dazu ein, Geschichte erneut und aus verschiedenen Perspektiven hautnah zu erleben sowie die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart zu entdecken. Ob spannende Ausstellungen, lebendige Führungen, kreative Mitmachaktionen oder packende Vorträge – ob Theater, Musikveranstaltungen, Römerfeste, Kinderprogramme oder Lesungen: Das Jahresprogramm bietet ein abwechslungsreiches Erlebnis für Groß und Klein. Kinder können spielerisch in die Welt der Legionäre eintauchen, Erwachsene erhalten spannende Einblicke in Archäologie und Forschung, und alle gemeinsam erleben, wie die römische Kultur bis heute nachwirkt – nicht zuletzt auch kulinarisch. Bekanntermaßen brachten die Römer auch die Weinkultur (nicht nur) nach Rheinhessen.

Innenminister Michael Ebling eröffnet das rheinhessische Themenjahr 2026 „Römer in Rheinhessen“. © Foto Diether v. Goddenthow

Von historischen Stätten über moderne Interpretationen bis hin zu familienfreundlichen Veranstaltungen möchte das Römerjahr 2026 Rheinhessen zu einem Ort voller Inspiration, Entdeckungen und Begegnungen machen, sagte Projektleiterin und regionale Kulturmanagerin Valerie Reiter. „Wer sich auf diese Spurensuche begibt, wird nicht nur die Geschichte der Römer neu kennenlernen, sondern auch Rheinhessen mit anderen Augen sehen.“

Das Themenjahr knüpfe an das regionale Themenjahr „Alles Carl?“ 2025 an und biete 60 Veranstaltungen mit über 50 Projektpartnern. Es laufe bis Dezember 2026. Ziel sei es, so Reiter weiter, das regionale Kulturprofil zu schärfen sowie Angebote und Kulturakteure sichtbarer zu machen. Dabei gehe es auch darum, das „Wir-Gefühl“ in Rheinhessen zu stärken. Die Partner des Programms seien vor allem Ehrenamtliche, die von wenigen Hauptamtlichen in Behörden und Institutionen unterstützt würden. Zudem griffen die vielfältigen Veranstaltungen immer wieder einzelne Aspekte der römischen Kultur und Lebensweise multiperspektivisch auf.

Highlights des Jahresprogramms 2026

Das Programm umfasst Ausstellungen, Erlebnistage und kulturelle Führungen, die das antike Erbe lebendig machen:

Januar: Den Auftakt bildete bereits am 6. Januar der „Kreativtag Römer“ im Landesmuseum Mainz.

Februar: Am 28. Februar findet in Oppenheim (Altes Amtsgericht) der Abend „Wie der Wein nach Rheinhessen kam“ mit Geschichte und Musik statt.

März: Am 22. März startet in Ingelheim die öffentliche Führung „Römische Steine – junge Weine“, die Kultur mit Weingenuss verbindet.

April: Ein Höhepunkt im Römerjahr ist der Römertag am 26. April 2026, der gleichzeitig von verschiedenen Museen ausgerichtet wird:

    • Bingen, Museum am Strom, Museumstraße 3, 10–17 Uhr. Das Museum wird zur culina Romana, in der sich alles um antike Tischsitten sowie das Essen und Trinken der Römer dreht.
    • Ingelheim, Museum bei der Kaiserpfalz, François-Lachenal-Platz 5, 11–15.30 Uhr. Großes Familienfest mit Legionären der IG „Imperium Romanum“ und diversen Mitmachangeboten, etwa Schreiben mit antiker Tinte auf Holztäfelchen.
    • Villa rustica im Binger Wald, 11–16 Uhr. Kostenlose Führungen geben Einblicke in die Forschungsgeschichte der Villa rustica im Binger Wald und in das Leben auf dem römischen Gutshof.
    • Museum der Stadt Worms im Andreasstift. Alles rund um 400 Jahre Römerkultur in Borbetomagus – von römischen Handelswegen bis zum Weinbau.
    • Museum am Siliusstein, Jahnstraße 16, Dienheim, 11–18 Uhr. Römisches Soldatenleben mit „panis militaris“. Grabstein des Silius, der einzige römische Grabstein, der in Deutschland mit farbiger Bemalung gefunden wurde. Außerdem Dienheimer Geschichte(n) sowie Spiele für Kinder und Erwachsene.
    • FV St. Georgskapelle Heidesheim e.V., Ingelheim-Heidesheim, Im Georgenflur, 12–16 Uhr. Eine auf freiem Feld nahe der Römerstraße von Bingen nach Mainz stehende kleine Kapelle, der älteste erhaltene Sakralbau Rheinhessens. Dieses seltene Beispiel eines im Kern spätmerowingischen Sakralbaus wurde um 700 auf den Grundmauern des ruinösen Herrenhauses einer römischen Villa rustica errichtet.
    • Sironabad, Nierstein, an der B9 / in der Kurve an der Fähre / Sironastraße 6, 13–16 Uhr.
    • Geschichts- und Heimatverein Stadecken-Elsheim e.V., Burggrabenstraße 9 (Kleine Burgscheune). Der Verein präsentiert am Römertag 2026 neueste Erkenntnisse und Funde aus der römischen Vergangenheit des Ortes.

Juli: Landesmuseum Mainz: Großes Römerwochenende. Familienfest mit römischen Soldaten des 1. Jahrhunderts n. Chr. von der 1. Römerkohorte Opladen, die ihr Zeltlager wieder im Innenhof des Landesmuseums aufbaut. Neben Drill werden verschiedene Handwerkstechniken gezeigt und Spiele für Kinder angeboten.

Zentrale Orte und Museen

  • Mehrere Standorte in Rheinhessen fungieren als feste Ankerpunkte für das Programm:
  • Mainz: Fokus auf Mogontiacum als einstige Provinzhauptstadt mit dem Römischen Theater und dem Landesmuseum
  • Bingen: Das Museum am Strom präsentiert Funde wie das berühmte Chirurgenbesteck
  • Alzey und Worms: Diese Städte beteiligen sich mit Ausstellungen in den Stadtmuseen und speziellen Führungen.
  • Ob das  Museum am Strom, Bingen,  das Landesmuseum Mainz oder das Museum Worms – diese Häuser bieten spezialisierte Führungen und Mitmachaktionen zur Römertechnik an. Zudem gibt es im Landesmuseum Mainz einen „Römer-Flashmob“ (#plebs_fulminans) als Teil der Inszenierungen.

Eine detaillierte Programmbroschüre zu über 60 Programmpunkten mit allen Terminen ist bei den Tourist-Informationen der Region sowie online über das Portal von Rheinhessen Touristik hier erhältlich.

(Diether von Goddenthow /RheinMainKultur.de)