DAM Frankfurt: „SUBURBIA Träume vom Eigenheim – Wege aus der Wohnungskrise“ bis 18.Oktober 2026

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Saftiger Rasen, blauer Pool, Doppelgarage – kaum ein Bild hat das Ideal vom guten Leben so nachhaltig geprägt wie die amerikanische Vorstadt. Etwa die Hälfte der Menschen in Deutschland lebt im Eigenheim. Ein Großteil der vorhandenen Einfamilienhäuser stammt aus dem Bauboom der Wirtschaftswunder-Jahre. Es wurde und ist immer noch in weiteren Bevölkerungskreisen der Inbegriff eines ›gelungenen Lebens. Mit der Ausstellung „Suburbia. Träume vom Eigenheim – Wege aus der Wohnungskrise“, die vom 21. März bis 18. Oktober 2026 im Deutschen Architekturmuseum (DAM) zu sehen ist, widmet sich das Museum am Beispiel der US-amerikanischen Suburbs einem Wohnmodell, das weltweit Sehnsüchte geweckt und zugleich kontroverse Debatten zwischen Wohntraum und Wohnalbtraum ausgelöst hat.

Die Schau taucht in die Bild- und Gedankenwelten der US-amerikanischen Suburbs ein und zeigt, wie Politik, Architektur, Popkultur und Werbung über Jahrzehnte hinweg ein Versprechen von Freiheit, Sicherheit und Wohlstand formten. Fotografien, Filme, Literatur, historisches Material und künstlerische Arbeiten zeichnen die Entstehungsgeschichte der Vorstadt nach – eines Lebensraums, der zum architektonischen Symbol des „American Way of Life“ wurde.

Das Einfamilienhaus im Grünen galt lange als idealer Ort für das Familienleben: ruhig, sicher und fern der Großstadt. Gleichzeitig blieben die Schattenseiten selten unsichtbar. Suburbane Strukturen fördern soziale Homogenität, verstärken gesellschaftliche Ungleichheiten und machen Bewohnerinnen und Bewohner stark vom Auto abhängig. Dennoch blieb der Traum der Vorstadt erstaunlich widerstandsfähig – und erfährt nicht zuletzt durch aktuelle politische Entwicklungen in den USA neue Aufmerksamkeit.

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Parallel erzählt die Ausstellung eine deutsche Geschichte des Wohnens. Am Beispiel der Zeitschrift Schöner Wohnen wird der Boom des Einfamilienhauses während der Wirtschaftswunderjahre nachvollziehbar. Eine umfangreiche Heftbibliothek aus den 1960er- und 1970er-Jahren lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, durch die Wohnideale der bundesdeutschen Nachkriegszeit zu blättern – samt ihrer Familienbilder, Konsumversprechen und politischen Hintergründe.

Heute jedoch steht das suburbane Versprechen unter Druck. Wohnraummangel, Klimakrise und eine alternde Gesellschaft stellen die Zukunft des Einfamilienhauses infrage. Große Wohnflächen werden häufig nur noch von ein oder zwei Personen genutzt, während Energieverbrauch und Flächenbedarf hoch bleiben.

Die Ausstellung versteht sich deshalb nicht nur als Rückblick, sondern auch als Zukunftslabor. Im Fokus steht das bislang oft unterschätzte Potenzial des bestehenden Einfamilienhausbestands. Statt Abriss könnten Umbau, Nachverdichtung und energetische Sanierung neue Perspektiven eröffnen. Am Beispiel der Rhein-Main-Region zeigt die Schau, wie durch Erweiterungen und Transformation zusätzlicher Wohnraum entstehen könnte – ein möglicher Beitrag zur Entspannung der Wohnungskrise.

„Suburbia“ ist eine Kooperation des Centre de Cultura Contemporània de Barcelona (CCCB) und des Deutschen Architekturmuseums mit der TU München sowie dem Forschungsfeld wohnen+/-ausstellen am Mariann Steegmann Institut, Kunst & Gender in Bremen. Ermöglicht wurde die Präsentation durch die Wüstenrot Stiftung, die im DAM aktuelle Forschungsergebnisse zur Zukunft des Einfamilienhauses vorstellt.
So wird die Ausstellung zu mehr als einer architekturhistorischen Betrachtung: Sie fragt, ob der Traum vom Eigenheim neu gedacht werden kann – als Teil einer nachhaltigen und sozial gerechteren Wohnzukunft.

DEUTSCHES ARCHITEKTURMUSEUM (DAM)
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Ausstellungen und Führungen im DAM
DAM PREIS 2026 – Die 23 besten Bauten in/aus Deutschland >> bis 28. Juni 2026

Die Stadt ist der Sport – Städte in Bewegung: Beispiele aus ganz Europa >> bis 7. Juni 2026
SUBURBIA Träume vom Eigenheim – Wege aus der Wohnungskrise >> 21. März – 18. Oktober 2026

After Work Führung „Die Stadt ist der Sport“ >> 18. April / 13. Mai 2026, jeweils 17 Uhr

Familienführung „Die Stadt ist der Sport“ >> 22. März 2026, jeweils 13 Uhr

STADTplus Die Stadt + Die Sauberkeit >> 15. April 2026, 19 Uhr