
Am Montag, den 16. Februar 2026, verwandelte sich die Innenstadt von Mainz wieder in ein Meer aus Kostümen, Musik und guter Laune: Punkt 11:11 Uhr setzte sich der traditionelle Rosenmontagszug in Bewegung – Höhepunkt der Mainzer Fastnachtskampagne und einer der größten Umzüge Deutschlands.

Der närrische Lindwurm gilt als einer der bedeutendsten Rosenmontagszüge der Republik und zugleich als Aushängeschild der rheinland-pfälzischen Fastnacht. Mehr als 9.000 Aktive – darunter Fußgruppen, Musikkorps, Garden und kreativ kostümierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer – zogen in über 120 Zugnummern auf einer Strecke von rund sieben Kilometern durch die Mainzer Neustadt und Altstadt.
Die Route führte traditionell quer durch die Innenstadt: Vom Startpunkt in der Neustadt über die Kaiserstraße in Richtung Zentrum, vorbei am imposanten Mainzer Dom, über Gutenbergplatz und Schillerplatz bis hinein in die verwinkelten Gassen der Altstadt.

Zehntausende säumten bereits am Morgen die Straßen, sicherten sich beste Plätze und riefen lautstark „Helau!“, während Kamelle, Strüßjer und allerlei Wurfmaterial durch die Luft flogen. Viele Besucherinnen und Besucher harrten stundenlang aus, um Musik, Tanz und närrische Wortgefechte hautnah mitzuerleben.
Traditionell endete der Zug mit der bekannten Zug-Ente, die als letzte Nummer den närrischen Lindwurm abrundet und von den Zuschauerinnen und Zuschauern mit Gelächter und Applaus bedacht wurde.
Themen, Motivwagen und politische Satire

Ein Rosenmontagszug ohne bissige Satire wäre in Mainz kaum denkbar. Auch 2026 nahmen elf aufwendig gestaltete Motivwagen Politik, Gesellschaft und lokale Themen humorvoll ins Visier. Nationale wie internationale Entwicklungen wurden mit spitzer Feder und handwerklicher Präzision karikiert – ein Markenzeichen der Mainzer Fastnacht, die für ihre politische Ausdruckskraft bundesweit bekannt ist.
Neben den großen Motivwagen sorgten zahlreiche fantasievoll gestaltete Gruppen, Musikvereine und Garden in prächtigen Uniformen für ein abwechslungsreiches Bild und mitreißende Stimmung entlang der gesamten Strecke.
Wetter & Atmosphäre

Während der Rosenmontag im Vorjahr noch frühlingshaft mild war, zeigte sich Mainz 2026 eher nass-kühl. Vereinzelte Regenschauer und niedrige Temperaturen hielten jedoch niemanden vom Feiern ab. Schätzungen zufolge verfolgten über eine halbe Million Menschen das bunte Treiben live vor Ort. Für viele Familien, Vereine und Stammgäste ist der Mainzer Rosenmontag ein fester Termin im Jahreskalender – Generationen feiern hier gemeinsam.

Wen das Wetter doch abgehalten hatte zu kommen oder aus anderen Gründen nicht selbst in die Mainzer Innenstadt kommen konnte, konnte den Rosenmontagszug live im Fernsehen oder online zu verfolgen. Selbst in Übersee wurde der Mainzer Rosenmontagszug live mit verfolgt.
Der Rosenmontagszug 2026 in Mainz zeigte wieder einmal, was Fastnacht in der Domstadt so besonders macht: kreative politische Satire, seit 1838 gewachsene lebendige Tradition, ausgelassene Stimmung und ein starkes Gemeinschaftsgefühl – in diesem Jahr begleitet von einer besonders positiven Sicherheits- und Verkehrsbilanz.
Friedliches Feiern – Weniger Vorkommnisse als 2025

Nicht nur närrisch, sondern auch organisatorisch verlief der Tag erfreulich reibungslos. Die Verkehrsüberwachung der Landeshauptstadt Mainz zog nach dem Fastnachtswochenende 2026 eine deutlich positive Bilanz.
Im Rahmen des Rosenmontagsumzuges wurden: 147 Verwarnungen erfasst und 92 Fahrzeuge durch beauftragte Unternehmen umgesetzt oder abgeschleppt, wie die Polizei Mainz meldete.
Besondere Vorkommnisse gab es im Rahmen des Einsatzes nicht. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 waren noch 272 Verwarnungen sowie 170 Schleppmaßnahmen notwendig gewesen. Die Stadt sprach ausdrücklich ihren Dank an die zahlreichen Anwohnerinnen und Anwohner, Gäste von nah und fern sowie an alle Einsatzkräfte aus, die zu einem geordneten und sicheren Ablauf beigetragen haben. Das rücksichtsvolle Verhalten vieler Besucherinnen und Besucher trug maßgeblich zur entspannten Gesamtsituation bei.

Ein rundum gelungener Rosenmontag, der eindrucksvoll bewies: Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht. Helau!
Mainzer OB Haase zieht positive Bilanz
Während der traditionellen Arbeitspause für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Stadtreinigung, Polizei und Sanitätsdiensten dankten Ministerpräsident Schweitzer und Oberbürgermeister Haase allen Einsatzkräften.
„Wir haben wieder einen fröhlichen und friedlichen Rosenmontagszug erlebt. Die Fastnacht verbindet die Menschen und ist wie immer ein grandioses Aushängeschild unserer Stadt“, freut sich Nino Haase kurz nach Abschluss des Zuges. Die Entscheidung des Mainzer Carneval-Vereins als Veranstalter, den Rosenmontagszug auf 121 Zugnummern zu begrenzen, habe sich bewährt. Und auch die Organisation sei reibungslos verlaufen. „So konnten wir alle einen stimmungsvollen Umzug erleben, der kompakt war und zugleich die Vielfalt der Mainzer Fastnacht präsentiert hat – gemeinsam mit zahlreichen Gästen von nah und fern.“

Am frühen Abend richtete sich der Oberbürgermeister an alle, die den Erfolg des 122. Mainzer Rosenmontagszugs möglich gemacht haben: „Danke an die unzähligen Aktiven in den Vereinen und an die Vielen, die für Sicherheit und Ordnung gesorgt haben: angefangen bei Polizei und Feuerwehr sowie den Rettungs- und Sanitätsdiensten über Ordnungsamt, Verkehrsüberwachung und Sicherheitsdienste, bis hin zur Stadtreinigung und Abfallwirtschaft. Danke auch an die Kolleginnen und Kollegen in der Verwaltung.“
Besonders wandte sich der Oberbürgermeister an die ehrenamtlich Engagierten: „Es ist unglaublich, dass man im Ehrenamt so viel auf die Beine gestellt bekommt, und deswegen müssen wir es pflegen und unterstützen. Ich danke allen, die sich hier so reingehängt haben, dass dieser Rosenmontagszug wieder gelungen ist.“
(Diether von Goddenthow – RheinMainKultur.de)
