60 Jahre unterhaus Mainz – spannendes Jubiläumsprogramm und neue Akzente

© Foto Diether v. Goddenthow

Das Mainzer unterhaus feiert 2026 sein 60-jähriges Bestehen. Im Rahmen eines Pressegesprächs am 30. Januar im Entrée des Hauses wurden erste Programmhöhepunkte sowie besondere Vorhaben für das Jubiläumsjahr vorgestellt. Gleichzeitig informierte die Theaterleitung über eine personelle Veränderung im Vorstand der „unterhaus Stiftung e.V.“.

Der 2002 gegründete Verein ist Gesellschafter der „unterhaus – Mainzer Forum-Theater gGmbH“ sowie Trägerverein des Mainzer Unterhauses. Da die Amtszeit der bisherigen Vorsitzenden Marianne Grosse in Kürze endet, wurde Simone Schellberg, ehemalige SWR-Landesdirektorin und seit 2022 Co-Direktorin des Mainzer Medieninstituts, zu ihrer Nachfolgerin gewählt. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Ata Delbasteh, designierter Dezernent für Kultur und Schule, gewählt. Gemeinsam mit Gianluca Caso, Geschäftsführer des Unterhauses, und Michael Bonewitz, Vorsitzender des Fördervereins, stellte die Vorsitzende erste Ideen und Akzente des bevorstehenden Jubiläumsjahres vor.

Für einen unterhaltsamen Auftakt sorgte der Zauberkünstler Christoph Demian, der Kostproben seiner Illusionskunst zeigte. Mit seinem Programm „Der Trug scheint“ ist er am 28. März 2026 im Mainzer unterhaus zu erleben.

PK im Mainzer Unterhaus (v.li): Ata Delbasteh, Simone Schellberg, Gianluca Caso, Michael Bonewitz und Zauberkünstler Christoph Demian. © Foto Diether v. Goddenthow

Ein Haus mit Geschichte – und Zukunft
60 Jahre Unterhaus. Die gute alte Tante Unterhaus sei zwar ein altes Haus, aber gut in Schuss, eröffnete Simone Schellberg das Pressegespräch. Das Unterhaus sei vielleicht nicht auf dem neuesten Stand der Technik, aber fit – dies vor allem auch dank Gianluca Caso. Er ist seit 25 Jahren an Bord, davon seit 2021 Geschäftsführer des Unterhauses gemeinsam mit Britta Zimmermann, seiner Stellvertreterin.

„Luca“ sei „das Gesicht des Unterhauses. Er steht immer hinter der Theke. Er hilft jedem Behinderten die Rampe hoch. Er begrüßt jeden Künstler“, so Schellberg. Und er sei nicht nur das Gesicht des Hauses, sondern eben auch derjenige, der sich um die Ratten im Unterhaus kümmere. Er sei auch der Betriebsdirektor, der sich nicht zu schade ist, im großen Saal zu stehen und vor der Vorstellung noch die Wand abzuklopfen, damit es während der Vorstellung nicht rieselt, „…“, so die neue Vorsitzende, die sich besonders freut, dass sich nach den schwierigen Corona-Jahren der Spielbetrieb eines der bedeutendsten Zentren für Kleinkunst in Deutschland wieder stabilisiert hat – mit rund 50.000 Gästen jährlich.

Ein Schlüssel des Erfolgs sei auch, dass das Haus inhaltlich weiterhin bewusst auf den Spagat zwischen etablierten Kabarett-Größen und jungen Talenten setze, um nicht nur Nachwuchskünstler zu fördern, sondern auch „die nächste Zuschauergeneration hier reinzuholen – und das gelingt uns sehr, sehr gut“, so Schellberg.

So gäbe es Künstler, die Sie selten oder vielleicht noch nie gehört haben – und genau dafür stehe das Unterhaus, so Schellberg. „Diesen Spagat zwischen Alt und Jung müssen wir aushalten, denn wir brauchen die nachwachsende Zuschauergeneration.“

Und es gebe auch inzwischen sehr berühmt gewordene Namen; sie zögen heute ein größeres Publikum an. „Sie haben bei uns angefangen, wir haben an sie geglaubt, und inzwischen brauchen sie größere Bühnen. Trotzdem kommen sie immer wieder gern zurück. Deshalb gehen wir mit ihnen auch nach draußen – ob in den Gutenberg-Saal, in die Rheingoldhalle, in die Halle 45 oder in den Frankfurter Hof.“ Zu solchen Künstlern zählten beispielsweise Lisa Eckhart, Christian Ehring, Hagen Rether, Michael Hatzius mit seiner Echse, Tobias Mann, Bülent Ceylan und viele andere. So könne das Unterhaus Gastgeber sein – vom Wohnzimmerformat bis zu Veranstaltungsorten mit 2.000 Gästen. Man sei auch immer gern Gast im Frankfurter Hof, wo mit 450 Plätzen einfach mehr Publikum hineinpasst als im Keller des Unterhauses.

Aktionen im öffentlichen Raum
Man wolle aber mehr als nur Programm machen: „Wir wollen rausgehen und den Menschen in der Stadt begegnen, mit Aktionen im öffentlichen Raum – zum Beispiel auf dem Markt, auf dem Schillerplatz, vor dem Mainzer Staatstheater und auf der diesjährigen Rheinland-Pfalz-Ausstellung (25.–29. März 2026)“, ergänzt Geschäftsführer Gianluca Caso. „Dort möchten wir an unserem Stand für besondere Veranstaltungen ein Angebot machen: zwei Karten zum Preis von einer.“ Außerdem habe das unterhaus eine Jubiläumsaktion vorbereitet: „Gutscheine im Wert von 25 Euro werden für 20 Euro verkauft – 5 Euro schenken wir als Jubiläumsüberraschung dazu“, so Caso.

Man wolle auf der Rheinland-Pfalz-Ausstellung auch Gäste einladen, etwa Künstler wie Tobias Mann und andere, die dem Unterhaus verbunden seien und bei einem Kaffee mit dem Publikum ins Gespräch kommen könnten, erläutert der Geschäftsführer, der während der gesamten Publikumsmesse vor Ort sein wird.

Schultheater auf der unterhaus-Bühne
Auch sei die Nachwuchsförderung, „Schultheater ins Unterhaus zu holen und auftreten zu lassen“, ein zentrales Anliegen. Beispielsweise treten Theater-AGs auf der professionellen Bühne des Unterhauses auf; 60 Prozent der Einnahmen gehen direkt an die Schulen zurück. Mit niedrigen Eintrittspreisen von acht Euro soll möglichst vielen Kindern und Jugendlichen der Zugang zum Unterhaus-Theater ermöglicht werden, so Caso.

Deutscher Kleinkunstpreis
Ein besonderer Höhepunkt des Jubiläumsjahres ist die Verleihung des Deutschen Kleinkunstpreises am 14. März 2026 im Frankfurter Hof Mainz. Das unterhaus richtet die renommierte Auszeichnung traditionell aus. Erstmals in der Geschichte werden dafür 60 Tickets zum Preis von 60 Euro für die sonst ausschließlich geladene Abendveranstaltung angeboten (20 Uhr). Die Besucherinnen und Besucher erhalten damit Zugang zur Preisverleihung sowie zum anschließenden Get-together mit Künstlerinnen, Künstlern und Gästen – eine einmalige Gelegenheit, die Szene hautnah zu erleben. Der Vorverkauf für dieses Sonderkontingent startet in Kürze.

Förderverein für das Mainzer unterhaus e.V. – Mitglieder und Spenden willkommen
Von besonderer Bedeutung sei der Förderverein für das Mainzer unterhaus e.V., so Schellberg. Der Förderverein zählt derzeit rund 1.100 Mitglieder und unterstützt das Theater mit etwa 80.000 Euro jährlich, erklärt Michael Bonewitz und unterstreicht: „Das würden wir auch gerne gemeinsam steigern. Schön wäre, wenn wir mal 100.000 zusammenkriegen.“ Man habe bereits im vergangenen Jahr damit begonnen, diese Hilfe weiter auszubauen. Deshalb solle diese Unterstützung im Jubiläumsjahr weiter gestärkt werden. Dazu wolle man, so der 1. Vorsitzende, versuchen, „die Sichtbarkeit zu erhöhen“. Bereits 2025 habe man mit einem Erinnerungsprogramm an seinen einst mit dem unterhaus berühmt gewordenen Vater Herbert Bonewitz ein erstes Zeichen gesetzt. Auch seien sämtliche Erlöse aus dem Bilderverkauf des begnadeten Malers und Zeichners Herbert Bonewitz gespendet worden. Neben verstärkter Mitgliederwerbung seien auch zusätzliche Benefizveranstaltungen geplant, darunter in neuen Künstlerformationen das beliebte Erinnerungsprogramm „Bonewitz and Friends“ am 12. und 13. Mai 2026 im unterhaus, dessen Erlöse dem Theater zugutekommen sollen.

Jubiläumsprogramm 2026 – ausgewählte Termine

© Foto Diether v. Goddenthow

Für Gianluca Caso gibt es im Unterhaus eigentlich nur Highlights – denn jeder Künstler ist auf seine Weise eines. Viele haben hier ganz klein angefangen und sind heute selbst große Namen. Er unterscheidet eher zwischen Künstlern, die dem Haus besonders treu sind und regelmäßig wiederkommen – wie Tobias Mann, Lars Reichow oder Jochen Malmsheimer – und jenen, die hier früher gespielt haben, inzwischen große Hallen füllen und trotzdem immer wieder gern ins Unterhaus zurückkehren.

Im Jubiläumsprogramm 2026 plane man Specials, die wie Highlights seien, stellt Caso das Festprogramm vor. So kommt zum Beispiel Frank-Markus Barwasser am 19.09.2026 in den Frankfurter Hof – für das Unterhaus wäre er inzwischen schlicht zu groß. Nach langer Zeit begrüße man außerdem wieder „Zärtlichkeiten mit Freunden“, die am 20.09.2026 im Unterhaus zu Gast sind. „Wir haben zudem das Glück, dass Harald Schmidt unser Haus sehr mag. Deshalb spielt er in der ersten Spielzeit drei Termine und in der zweiten Spielzeit zwei weitere – am 03.10. und 04.10.2026“, freut sich der Geschäftsführer. Ein weiterer Künstler, der mittlerweile zu groß fürs Unterhaus sei, „aber vor zwei Jahren noch bei uns gespielt hat“, ist Martin Frank. Er tritt am 08.10.2026 im Frankfurter Hof auf. Und dann sei da noch eine Künstlerin, die viele aus dem Fernsehen kennen: „Panagiota Petridou, bekannt aus einer Autosendung. Sie ist am 18.10.2026 bei uns im Unterhaus zu erleben – obwohl sie inzwischen auch größere Häuser füllen könnte.“

Masud Akbarzadeh tritt am 22.10.2026 im Unterhaus auf. Am 24.10.2026 folgt – eine große Künstlerin im wahrsten Sinne des Wortes – Nicole Jäger, ebenfalls im Unterhaus.

Ein ganz besonderer Abend erwartet das Publikum am 25.10.2026 mit Hans-Joachim Heist. Als „Heinz Erhardt“ gestaltet er einen großen Heinz-Erhardt-Abend – für mich persönlich ein echtes Highlight.

Alex Stoldt ist am 28.10.2026 im Frankfurter Hof zu erleben. Am 29.10.2026 kommt Simone Solga ins Unterhaus. Negah Amiri tritt am 13.11.2026 im Unterhaus auf.

„Außerdem haben wir etwas Besonderes im Programm, das noch recht neu ist: ‚Toni und Max Uthoff‘. Toni ist die Tochter von Max Uthoff, und gemeinsam stehen sie mit einem Stück auf der Bühne. Wir zeigen es zunächst am 26.11.2026 im Unterhaus – bevor wir damit voraussichtlich im nächsten Jahr in den Frankfurter Hof gehen“, so Caso abschließend. Zudem werde es auch eine Jubiläums-Gala geben. Da jedoch noch nicht alle Zusagen der Künstler hundertprozentig in trockenen Tüchern seien, könne man dazu derzeit noch nichts sagen.

(Diether von Goddenthow – RheinMainKultur.de)

Programm auf einen Blick
unterhaus Mainz
• 28.03.2026 – Christoph Demian: Der Trug scheint
• 20.09.2026 – Zärtlichkeiten mit Freunden
• 03.10. & 04.10.2026 – Harald Schmidt
• 18.10.2026 – Panagiota Petridou
• 22.10.2026 – Masud Akbarzadeh
• 24.10.2026 – Nicole Jäger
• 25.10.2026 – Hans-Joachim Heist: Heinz-Erhardt-Abend
• 29.10.2026 – Simone Solga
• 13.11.2026 – Negah Amiri
• 26.11.2026 – Toni & Max Uthoff
Frankfurter Hof Mainz
• 14.03.2026 – Deutscher Kleinkunstpreis
• 19.09.2026 – Frank-Markus Barwasser
• 08.10.2026 – Martin Frank
• 28.10.2026 – Alex Stoldt
Benefizveranstaltung (unterhaus Mainz)
• 12.05.2026 – Bonewitz and Friends mit Thomas Becker, Johannes Bersch & Michael Bonewitz
• 13.05.2026 – Bonewitz and Friends mit Tobias Mann, Johannes Bersch & Michael Bonewitz

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