
Frankfurt am Main – Das Städel Museum kündigt für 2026 ein vielseitiges Ausstellungsjahr an, das von großen Namen der Kunstgeschichte bis hin zu zeitgenössischen Positionen reicht. Mit thematischen Schauen, monografischen Highlights und experimentellen Gegenwartsprojekten spannt das Programm einen Bogen über mehrere Jahrhunderte künstlerischen Schaffens und lädt Besucherinnen und Besucher zu neuen Perspektiven auf bekannte Werke und Motive ein.
Den Auftakt bildet im Frühjahr die umfangreiche Ausstellung „Monet on the Normandy Coast: The Discovery of Étretat“ (19. März – 5. Juli 2026). Im Mittelpunkt steht die künstlerische Entdeckung der normannischen Küste im 19. Jahrhundert. Rund 170 Werke – darunter Gemälde, Zeichnungen, Fotografien und historische Dokumente – zeigen, wie insbesondere Claude Monet und weitere Impressionisten von der spektakulären Landschaft Étretats inspiriert wurden. Die Schau verbindet Naturerlebnis, Reisekultur und Malerei zu einem atmosphärisch dichten Gesamtbild.
Im Sommer richtet sich der Blick auf die Druckgrafik der Renaissance: „Bruegel. Printed“ (18. Juni – 20. August 2026) widmet sich Pieter Bruegel dem Älteren und seiner Bedeutung als Entwerfer für grafische Werke. Die Ausstellung beleuchtet, wie Bruegels Bildideen über Drucke weite Verbreitung fanden und seinen nachhaltigen Einfluss auf die europäische Bildkultur sicherten.
Ein zentrales zeitgenössisches Projekt des Jahres ist die groß angelegte Intervention „Elmgreen & Dragset: Stillleben mit Gemüse“ (20. Mai 2026 – 17. Januar 2027). Das international bekannte Künstlerduo entwickelt eine immersive Inszenierung, die historische Werke der Sammlung in neue, teils überraschende Zusammenhänge stellt. Besucherinnen und Besucher erleben das Museum als erzählerischen Raum, in dem klassische Gattungen wie das Stillleben auf gegenwärtige Fragestellungen treffen.
Der Herbst steht im Zeichen einer der vielschichtigsten Frauenfiguren der Kunstgeschichte: „Mary Magdalene: Sin. Pray. Love.“ (17. September 2026 – 17. Januar 2027) versammelt rund 100 Gemälde, Skulpturen und Grafiken aus bedeutenden europäischen Sammlungen. Die Ausstellung zeichnet die Wandlungen des Magdalena-Bildes zwischen Sünde, Reue, Spiritualität und Selbstermächtigung nach und macht deutlich, wie stark gesellschaftliche Vorstellungen in künstlerische Darstellungen eingeschrieben sind.
Zum Jahresende widmet sich das Städel mit „SurFace – Über Haut“ (2. Dezember 2026 – 28. Februar 2027) einem ebenso sinnlichen wie gesellschaftlich aufgeladenen Thema. Die Ausstellung untersucht, wie Künstlerinnen und Künstler über die Jahrhunderte hinweg Haut als Oberfläche, Grenze und Projektionsfläche dargestellt haben – von den Alten Meistern bis zur zeitgenössischen Kunst. Fragen nach Identität, Körperlichkeit und Wahrnehmung stehen dabei im Zentrum.
Ergänzt wird das Sonderausstellungsprogramm durch die dauerhaft zugängliche Präsentation der Städel Sammlung – 700 Jahre Kunst, die einen einzigartigen Überblick über die europäische Kunstgeschichte vom Mittelalter bis in die Gegenwart bietet. Mit dem Ausstellungsjahr 2026 unterstreicht das Städel Museum erneut seinen Anspruch, historische Tiefe und aktuelle Diskurse auf höchstem Niveau miteinander zu verbinden.
Städel Museum
Schaumainkai 63
60596 Frankfurt am Main
