Schirn Kunsthalle Frankfurt zeigt THOMAS BAYRLE – FRÖHLICH SEIN ab 12.02.2026

© Schirn Kunsthalle Frankfurt

Die Schirn Kunsthalle Frankfurt widmet Thomas Bayrle (*1937), einer der prägendsten Figuren der deutschen Gegenwartskunst, vom 12. Februar bis 10. Mai 2026 eine große Soloschau. Die Ausstellung versammelt über fünfzig Werke aus den vergangenen zwanzig Jahren und bietet einen umfassenden Einblick in das Schaffen des in Frankfurt lebenden Künstlers.

Bayrles Kunst kreist um zentrale Fragen der modernen Gesellschaft: das Verhältnis von Individuum und Masse, Religion und Konsum, Technik und Spiritualität. Charakteristisch ist sein Prinzip der „Superform“ – das Wiederholen und Vernetzen kleinster Elemente zu komplexen Gesamtbildern –, mit dem er seit den 1960er-Jahren Bildwelten zwischen industrieller Ordnung, Popkultur und gesellschaftlicher Dynamik schafft. Bewegung, Urbanität, Arbeit, Technologie sowie (Ersatz-)Religion spielen dabei ebenso eine Rolle wie ikonische Motive aus Kunstgeschichte und Alltag.

Ausgehend von seiner Ausbildung als Maschinenweber entwickelte Bayrle eine künstlerische Praxis, die analoge Drucktechniken mit digitalen Denkweisen verbindet und früh eine Pixelästhetik vorwegnahm. Malerei und Grafik, Skulptur und Objektkunst, Soundinstallationen sowie eine Videoarbeit machen die Vielfalt seines Werks erfahrbar. Zugleich tritt die Ausstellung in einen besonderen Dialog mit dem Ort: dem ehemaligen Industriegebäude der Dondorf Druckerei, dem heutigen Standort der Schirn.

Der Ausstellungstitel „Fröhlich sein!“ verweist auf Bayrles Haltung – humorvoll, kritisch und zutiefst humanistisch. Statt Konsum und Massenproduktion bloß zu kommentieren, untersucht Bayrle die Wechselwirkungen von Einzelnen und Vielen und eröffnet dabei immer auch Perspektiven auf Veränderung. Die Schirn zeigt mit dieser Ausstellung einen Künstler, dessen Werk seit Jahrzehnten hellsichtig, aktuell und überraschend optimistisch geblieben ist.

Schirn Kunsthalle Frankfurt