
Ab dem 15. Januar 2026 lädt das Landesmuseum Mainz zu einer besonderen Zeitreise ein: Die Sonderausstellung „Shalom am Rhein – 1000 Jahre Judentum in Rheinland-Pfalz“ beleuchtet die reiche, vielschichtige und bis heute wirkende Geschichte jüdischen Lebens entlang des Rheins. Über ein Jahrtausend hinweg prägten jüdische Gemeinden Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft und Alltag der Region – oft im engen Austausch mit ihrer christlichen Umgebung, immer wieder aber auch unter dem Eindruck von Ausgrenzung, Verfolgung und Neubeginn.
Die Ausstellung spannt einen weiten Bogen von den mittelalterlichen Zentren in Mainz, Worms und Speyer über die Frühe Neuzeit bis in die Gegenwart. Kostbare Handschriften, religiöse Objekte, Alltagszeugnisse und multimediale Stationen machen jüdische Glaubenspraxis, Gelehrsamkeit und Lebenswelten anschaulich. Persönliche Geschichten und regionale Biografien geben den historischen Entwicklungen ein Gesicht und zeigen, wie eng jüdische Geschichte mit der Geschichte Rheinland-Pfalz’ verwoben ist. „Shalom am Rhein“ versteht sich dabei nicht nur als Rückblick, sondern auch als Einladung zum Dialog über Erinnerung, Identität und Zusammenleben heute.

Begleitet wird die Ausstellung von einem hochkarätigen Rahmenprogramm aus Musik und Gespräch. Seit vielen Jahrhunderten prägen jüdische Kultur und jüdische Musik die europäische und insbesondere die deutsche Kulturgeschichte. Anlässlich der Ausstellungseröffnung lädt das Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) am Donnerstag, 15. Januar 2026, um 18 Uhr zu einem besonderen Konzert mit anschließendem Publikumsgespräch ein.
„Jüdische Musik – Was ist das?“
Unter dem Titel „Jüdische Musik – Was ist das?“ gastiert der weltweit erfolgreiche Konzertgitarrist Lucian Plessner im Rahmen der SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz im Landesmuseum. Plessner entwickelte anlässlich des Festjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ ein musikalisches Programm, das seither international aufgeführt wird und nun – dank der Förderung durch den Bundesbeauftragten für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus, Dr. Felix Klein – erstmals in Deutschland zu erleben ist.
Das Programm „Jüdische Musik – Was ist das? Sephardische und aschkenasische Musikschöpfung von Al-Andalus des Mittelalters bis zur Moderne Europas und Amerikas“ spannt einen eindrucksvollen Bogen von den Klängen des frühen Mittelalters bis in die Gegenwart. Es verbindet Musik mit einer Reflexion über Integrationsprozesse jüdischer Künstlerinnen und Künstler in unterschiedlichen Ländern und Epochen. Auch Komponistinnen und Komponisten aus den USA und Lateinamerika haben eigene Werke beigesteuert. Im anschließenden Publikumsgespräch geht Lucian Plessner gemeinsam mit dem Publikum der Frage nach, was „jüdische Musik“ heute ausmacht.
Lucian Plessner lebte nach seinem Studium fünf Jahre in Spanien und wurde dort als erster ausländischer Konzertgitarrist von einer Agentur zu einer Tournee eingeladen. Leonard Bernstein wurde auf ihn aufmerksam und regte ihn an, seine Musik für die Gitarre zu bearbeiten. Mit diesem Repertoire gastierte Plessner weltweit – von Hongkong bis San Francisco – und arbeitete unter anderem mit Alicia de Larrocha, Yehudi Menuhin und Klaus Maria Brandauer zusammen.
Für das Konzert am 15. Januar 2026 wird um Anmeldung per E-Mail an anmeldung@gdke.rlp.de
gebeten.
„Heritage Talks – Erbe der Menschheit – Geschichten, die verbinden“

Bereits vor der Ausstellungseröffnung eröffnet eine neue Vortragsreihe den inhaltlichen Rahmen: „Heritage Talks – Erbe der Menschheit – Geschichten, die verbinden“. Die Auftaktveranstaltung findet am Dienstag, 13. Januar 2026, um 18 Uhr im Landesmuseum Mainz statt. Im Mittelpunkt stehen grundlegende Fragen rund um das UNESCO-Welterbe. Impulse geben unter anderem Friederike Hansell (Beauftragte der Kultusministerkonferenz für das UNESCO-Welterbe), Dr. Stefanie Hahn (Ministerium des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz) und Prof. Brigitte Mang (ICOMOS). Moderiert wird der Abend von Birgit Kita, Geschäftsführerin des SchUM-Städte e.V. und Sitemanagerin der SchUM-Stätten.
Die Auftaktveranstaltung der „Heritage Talks“ wird als Hybrid-Veranstaltung angeboten – eine Teilnahme ist sowohl vor Ort im Landesmuseum Mainz, Große Bleiche 49–51, als auch digital möglich. Die Teilnahme ist kostenfrei; eine Anmeldung per E-Mail an anmeldung@gdke.rlp.de ist erforderlich. Die Zugangsdaten für die Online-Teilnahme werden rechtzeitig zugesandt.
Landesmuseum Mainz – Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz.
Wir machen Geschichte lebendig.
