
Das Museum Reinhard Ernst (mre) startet mit einem hochkarätigen Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm in das Jahr 2026 und setzt zugleich starke Akzente für die kommende Saison. Zwei große Sonderausstellungen widmen sich herausragenden Positionen der abstrakten Malerei und schlagen Brücken zwischen internationaler Kunstgeschichte, persönlicher künstlerischer Haltung und gesellschaftlicher Relevanz.
Den Auftakt macht am 15. März 2026 die Deutschlandpremiere „Wolfgang Hollegha. Denk nicht, schau!“. Die Ausstellung präsentiert eine fulminante Wiederentdeckung eines der international erfolgreichsten österreichischen Maler des 20. Jahrhunderts. Wolfgang Hollegha (1929–2023) feierte bereits um 1960 große Erfolge in New York. Der einflussreiche Kunstkritiker Clement Greenberg sah ihn auf Augenhöhe mit den Protagonisten des Abstrakten Expressionismus. Hollegha stellte in den USA gemeinsam mit Künstlern wie Helen Frankenthaler, Morris Louis oder Kenneth Noland aus, erhielt als jüngster Österreicher den renommierten Guggenheim Award und nahm an der documenta III teil.
Trotz dieser internationalen Anerkennung entschied sich Hollegha bewusst gegen eine Karriere in den großen Kunstmetropolen. 1962 erwarb er einen Bauernhof aus dem 17. Jahrhundert am Rechberg nördlich von Graz und richtete sich dort ein Atelier nach eigenen Vorstellungen ein. In dieser Zurückgezogenheit entwickelte er über sechs Jahrzehnte hinweg ein farbenprächtiges, oft monumentales Werk von großer Eigenständigkeit. Die Ausstellung im mre ermöglicht nicht nur eine umfassende Begegnung mit diesem beeindruckenden Œuvre, sondern auch eine berührende Wiederbegegnung mit Weggefährten aus der Sammlung Reinhard Ernst. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit der Neuen Galerie Graz | Universalmuseum Joanneum.
Mit „Judit Reigl. Couleur vivante“ blickt das mre in den Jahren 2026/2027 zugleich zurück und nach vorn. Ausgangspunkt ist eine kunsthistorisch bedeutende Ausstellung, die 1957 unter dem Titel Couleur vivante – Lebendige Farbe im damaligen städtischen Museum Wiesbaden stattfand. Erstmals wurden dort abstrakte französische und deutsche Malerei gemeinsam präsentiert – ein mutiges, avantgardistisches Signal im Nachkriegsdeutschland. Die Schau vereinte 16 künstlerische Positionen und positionierte Wiesbaden früh als wichtigen Ort der Gegenwartskunst.
Die neue Ausstellung nimmt dieses historische Ereignis zum Anlass, um Fragen von Austausch, Versöhnung und grenzüberschreitender Zusammenarbeit in den Blick zu nehmen. Am Beispiel der raschen Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg zeigt Couleur vivante, wie persönliches Engagement und kulturelle Kooperation fest verankerte Ressentiments überwinden können – ein Gedanke, der auch für heutige und kommende Herausforderungen von großer Aktualität ist. Die Ausstellung findet im Rahmen einer Kooperation des Museums Reinhard Ernst, des Museums Wiesbaden – Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur sowie des Nassauischen Kunstvereins Wiesbaden statt.
Programm im mre im Januar 2026
„All About Helen Frankenthaler Day“ am 25.01.

Bereits im Januar 2026 lädt das mre mit einem vielfältigen Programm dazu ein, Kunst intensiv zu erleben und neue Perspektiven zu gewinnen. Am 25. Januar steht beim „All About Helen Frankenthaler Day“ alles im Zeichen der amerikanischen Malerin. Auf dem Programm stehen ein Vortrag zu Frankenthalers Reisen, Führungen durch die Ausstellung, ein ganztägiger Workshop der Kunstvermittlung sowie Filmvorführungen der ARTE-Dokumentation Malen ohne Regeln und des 3sat Museums-Checks im Maki-Forum.
„Kunst ist alles – jetzt Freitag mittags!“
Neu im Programm ist das Format „Kunst ist alles – jetzt Freitag mittags!“. Am 23. Januar können Besucherinnen und Besucher mit fachkundiger Begleitung die Highlights der aktuellen Sonderausstellung Helen Frankenthaler moves sowie der Sammlungspräsentation Farbe ist Alles! entdecken.
Abschluss des Monats
Den Abschluss des Monats bildet am 28. Januar der „Mutige Mittwoch“, ein Angebot speziell für Jugendliche. In einer komplexen Welt voller Krisen bietet das Format Raum zum Innehalten, Auftanken und Nachdenken. Gemeinsam wird erkundet, wie mutige Künstler ihren eigenen Weg gefunden haben – als Inspiration für den eigenen Umgang mit Unsicherheit und Herausforderungen.
Mit diesem Programm verbindet das Museum Reinhard Ernst internationale Kunstgeschichte, aktuelle Fragestellungen und lebendige Vermittlung – und lädt dazu ein, Kunst nicht nur zu betrachten, sondern als Erfahrung zu erleben.
