„Design ist eine Haltung zur Demokratie“ – Hessen eröffnet das Jahr der World Design Capital 2026

Mit dem Grand Opening in der Centralstation Darmstadt feiert die World Design Capital 2026 am 16.01.2026 ihre große Eröffnung in der Darmstädter Centralstation. © Hessische Staatskanzlei Foto Ben Kuhlmann

Mit einem klaren politischen und gesellschaftlichen Anspruch ist am 16. Januar 2026 in Darmstadt die World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 offiziell eröffnet worden. In der Centralstation bezeichnete Ministerpräsident Boris Rhein Hessen als einen der führenden Kreativ- und Innovationsstandorte Europas und hob die Bedeutung von Design weit über ästhetische Fragen hinaus hervor. „Design ist eine Haltung zur Demokratie, zum Leben, zum Miteinander“, sagte Rhein vor Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und internationaler Designszene.

Die Metropolregion Frankfurt RheinMain ist 2026 weltweite Hauptstadt des Designs. Mehr als 560 internationale Designauszeichnungen, die hessische Unternehmen, Architekten und Designer seit 2020 erhalten haben, belegen nach den Worten des Ministerpräsidenten die hohe Innovationskraft des Landes. Hessen investiert sechs Millionen Euro in das Veranstaltungsjahr, das mit rund 450 Projekten und Events internationale Gäste in die Region bringen soll. „Die Auszeichnung als World Design Capital ist eine große Ehre für Hessen und für die gesamte Rhein-Main-Region“, sagte Rhein. Vergeben wird der Titel von der kanadischen World Design Organization, einem internationalen Netzwerk mit über 200 Mitgliedsorganisationen aus 40 Ländern.

Das Leitmotiv des Jahres lautet „Design for Democracy. Atmospheres for a better life“ – ein bewusst politisch gesetzter Rahmen, der auch zum 80-jährigen Bestehen des Landes Hessen passt. Design, so Rhein, stehe für verantwortungsvolles Gestalten auf der Grundlage gemeinsamer Werte. Es steigere Lebensqualität, verbinde Menschen und treibe gesellschaftlichen Wandel voran. Zugleich dankte der Ministerpräsident den Initiatoren, Trägern und Partnern der Bewerbung, die Hessen „auf die Weltkarte des Designs“ gesetzt hätten.

Programm der World Design Capital

© WDC

Bereits am Vortag hatte Staatssekretär Benedikt Kuhn, Chef der Hessischen Staatskanzlei, gemeinsam mit den Organisatoren das Programm der World Design Capital vorgestellt. Er sprach von einer historischen Chance für das Land: Hessen und die Rhein-Main-Region hätten seit Jahrzehnten Maßstäbe in Kreativität und Gestaltung gesetzt. Im Jubiläumsjahr biete die World Design Capital nun die Möglichkeit, den „Design Value made in Hessen“ international sichtbar zu machen. Design spiele dabei eine zentrale Rolle für das Vertrauen in Politik und Staat. „Mit Inhalten erreichen wir die Köpfe der Menschen. Das Design entscheidet jedoch, ob diese Inhalte verstanden werden und ob Vertrauen entsteht“, so Kuhn.

Zugleich rief er die Bevölkerung dazu auf, Landesjubiläum und World Design Capital gemeinsam zu feiern. Hessen stehe für Weltoffenheit, wirtschaftliche Stärke und Verwurzelung – und habe auch im Design in den vergangenen 80 Jahren eine Innovationsführerschaft übernommen. „Wir haben allen Grund, stolz zu sein und können der Zukunft optimistisch und mutig entgegengehen“, sagte Kuhn.

Inhaltlich setzt das WDC-Jahr mehrere Schwerpunkte. Ein zentraler Programmpunkt ist die Open Design Week Frankfurt RheinMain vom 5. bis 14. Juni 2026. Sie verwandelt die Region in ein offenes, dezentrales Festival mit Studios, Ausstellungen, Konferenzen und Präsentationen jungen Designs. Gestalter, Forscher und Unternehmen aus dem In- und Ausland öffnen ihre Räume und machen die kreative Vielfalt der Region sichtbar. Das Land Hessen beteiligt sich aktiv an diesem Programm.

Ein zweiter Höhepunkt sind die World Design Policy Days vom 11. bis 14. November 2026. Die dreitägige Kongressreihe in Wiesbaden, Frankfurt und Offenbach widmet sich den Themen Politik, Verwaltung und Haltung. Den Abschluss bildet eine Versammlung in der Frankfurter Paulskirche, die als Ort demokratischer Geschichte bewusst als Plattform für den Dialog mit der Politik gewählt wurde.

Auch die wirtschaftliche Bedeutung der World Design Capital wurde betont. Wirtschaftsstaatssekretär Umut Sönmez verwies auf die enge Verbindung von Kreativwirtschaft, Industrie und Politik in der Region. Gestaltung sei ein Schlüssel für Lösungen in den Bereichen Wohnen, Verkehr und Wirtschaft. Zugleich bringe das WDC-Jahr spürbare Impulse für Tourismus, Gastronomie, Handel und Dienstleistungen. „Mehr Gäste, mehr Veranstaltungen, mehr Aufmerksamkeit – davon profitieren die Menschen ganz konkret“, sagte Sönmez.

Begleitend zum Designjahr ist zudem der jährliche „Feels like Hessen“-Wandkalender 2026 in einer eigenen World-Design-Capital-Edition erschienen. Unter dem Motto „Looking forward – das Morgen gemeinsam gestalten“ zeigen die zwölf Motive Inklusion und kulturelle Vielfalt in Hessen. Der Kalender ist nicht im Handel erhältlich, wird aber anlässlich der WDC-Eröffnung über die Social-Media-Kanäle des Landes verlost; Medienvertreter können Exemplare gesondert beziehen.

Mit der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 verbindet Hessen damit kulturelle Strahlkraft, wirtschaftliche Impulse und einen klaren demokratischen Anspruch. Oder, wie Ministerpräsident Rhein es formulierte: Design sei kein Selbstzweck – sondern eine Haltung, mit der sich Gesellschaft bewusst gestalten lasse.

Mehr Informationen zum umfangreichen Programm des Jahres finden Sie auf der Seite der World Design Capital Region Frankfurt RheinMain